Mit Xela hatten wir unseren vorerst letzten Stopp in Guatemala erreicht, und das nächste Ziel war wieder Mexiko, genauer eine kleine Stadt im Hochland von Chiapas mit dem nett klingenden Namen San Cristóbal de las Casas. Sie wurde unser Favorit in Mexiko, und von hier aus lohnt sich auch der Blick zu den Ruinen im Dschungel von Palenque.
Hier haben wir zusammengefasst, wie wir hingekommen sind, was wir in San Cristóbal erlebt haben und wie die Maya-Stadt Palenque war.
Unsere Reise war 2014/2015. Preise, Grenzformalitäten und Verbindungen ändern sich, bitte prüfe sie vorab.
Chiapas – kurz gefasst
- San Cristóbal de las Casas: Kulturhauptstadt von Chiapas auf über 2.000 Metern, mit Fußgängerzonen, Cafés und Kirchen mit Ausblick.
- Sumidero-Canyon: Bootstour von rund 2 Stunden, als Tagesausflug buchbar.
- Palenque: Maya-Ruinen im dichten Dschungel, früh besuchen.
- Unser Tipp: Warme Kleidung für die Nächte in San Cristóbal und Insektenschutz für Palenque.
Von Guatemala nach San Cristóbal
Von Quetzaltenango ging es kurvenreich, aber entspannt im Shuttlebus bis zur mexikanischen Grenze. Der Übergang ist deutlich einfacher als der in Richtung Flores: Ausreisestempel aus Guatemala (kostenfrei), Wechsel in den Bus auf der mexikanischen Seite und kurz darauf der Einreisestempel (ebenfalls kostenfrei). Fragen wurden kaum gestellt, und wir hatten sogar noch Zeit, bei den wartenden Händlern frisches Obst zu naschen.
Die Fahrt sollte etwas mehr als 7 Stunden dauern, mit Wartezeit am Grenzübergang und vielen Baustellen wurden knapp 10 Stunden daraus. Immerhin kamen wir noch bei Tageslicht an, fanden unsere Unterkunft und gingen hungrig durch die schicke Fußgängerzone voller Restaurants und Bars. Dort sprang uns ein argentinisches Restaurant mit Grill ins Auge, und wir bestellten das riesige Steak, einfach herrlich, wenn auch teurer als unser gesamtes Tagesbudget.

San Cristóbal de las Casas: unser Favorit in Mexiko
San Cristóbal liegt auf mehr als 2.000 Metern, weshalb es nachts noch kälter wurde als zuvor in Xela. Wir waren froh über einen offenen Kamin und über die ersten Sonnenstrahlen im Garten jeden Morgen. Bekannt ist die Stadt als Kulturhauptstadt von Chiapas, für den hohen Anteil indigener Einwohner und die Geschichte der Zapatisten. Schon nach den ersten Minuten waren wir begeistert: Die Stadt ist von einer hügeligen Landschaft umgeben, nicht zu klein und nicht zu groß, und egal wohin man schaut, steht eine typisch mexikanische Kirche mit auf dem Foto.
Besonders gefielen uns die drei Fußgängerzonen am Zócalo, in denen wir einen Großteil unserer 7 Tage verbracht haben. Bummeln, die Gelassenheit genießen und Cafés und Restaurants ausprobieren: Von Tacos mit Innereien bis zur Steinofenpizza gibt es alles, meist im Rahmen des Budgets. Etwas teurer, aber nicht weniger köstlich, waren die französische Bäckerei und die speziellen Coffeeshops, bei denen wir nicht widerstehen konnten. Wer mal Abwechslung von Tacos und Quesadillas will, dem empfehlen wir ein japanisches Café mit Mittagsmenü in der Fußgängerzone.

Ein kleiner Makel: Wer draußen in der Sonne sitzt, wird gefühlt alle fünf Minuten von einem Kind oder einer älteren Frau gefragt, ob er etwas kaufen möchte. Die Dörfer rund um San Cristóbal gehören zu den ärmsten Mexikos, viele haben keine andere Wahl. Zusätzlich wurde in der Altstadt fast jedes Haus gleichzeitig renoviert, vor lauter Baugerüsten wusste man manchmal kaum noch, wo man entlanglaufen soll.
Kirchen mit Ausblick
Besonders lohnt sich der Weg hoch zu den beiden Kirchen links und rechts vom Zentrum, die jeweils einen hervorragenden Blick auf die Stadt bieten. Zum Sonnenuntergang kannst du dort oben die letzten warmen Strahlen genießen, ehe die kalte Nacht einbricht.

Tagesausflug zum Sumidero-Canyon
Eine Bootstour durch den nahen Sumidero-Canyon war für uns einer der Hauptgründe für den Stopp. In Schwimmwesten ging es gut zwei Stunden mit dem Speedboot durch die beeindruckende Schlucht. Immer wieder wurde gestoppt, um Fotos zu machen und die Tierwelt zu bestaunen, neben nicht gerade hübschen Geiern gibt es viele Vogelarten und sogar Affen zu sehen. Die Lust auf eine Abkühlung verflog schnell, als die ersten nicht gerade kleinen Krokodile an uns vorbeischwammen. Auch den Plastikmüll im Wasser sollte man nicht verschweigen, in der Regenzeit soll es noch schlimmer sein. Die Tour wird überall in San Cristóbal angeboten, mit Transport, Eintritt und Bootsfahrt. Auf eigene Faust lohnt es sich kaum, denn am Bootsanleger muss man sich so oder so einer Gruppe anschließen.

Palenque: Maya-Ruinen im Dschungel
Nach den restaurierten Ruinen von Chichén Itzá und den Ruinen am Traumstrand von Tulum fehlten nur noch Maya-Ruinen in dichtem Dschungel, und genau die finden sich in Palenque. Die Stadt gehörte einst mit mehr als 10.000 Einwohnern zu den größten Maya-Städten. Von Campeche ging es mit dem Bus in knapp 6 Stunden dorthin, die bisher längste Fahrt in Mexiko. Je näher wir kamen, desto interessanter wurde die Landschaft nach der flachen Halbinsel Yucatán: erste Hügel und immer dichteres Grün. Unterwegs gab es einige Polizeikontrollen und kurz vor Ankunft sogar eine Passkontrolle durch das Militär.

Die Stadt selbst ist nicht die hübscheste: Je später der Abend, desto mehr Betrunkene und Obdachlose waren auf der Straße, kein Vergleich mit Campeche. Dafür gab es leckere Tacoläden mit Kombinationen, die wir noch nicht kannten, und frisch geschnittenes Obst, das regelmäßig auf Fahrrädern vorbeigeradelt kam. Die Ruinen erreicht man mit dem Colectivo, und auch hier gilt: je früher, desto besser. Morgens hängen noch dichte graue Wolken in den Bäumen, und die Brüllaffen sorgen für eine gruselige Geräuschkulisse. Nur dafür lohnte sich das frühe Aufstehen. Nach einer Stunde klarte der Himmel auf, und die Souvenirhändler hatten ihre Plätze eingenommen.

Das Tolle an Palenque ist, dass man fast überall hinaufklettern darf. So konnten wir jeden Winkel erkunden und hatten einen tollen Ausblick auf die grüne Landschaft und die Tempel. Kurz vor dem Ausgang, nach rund 3 Stunden im Park, kommt man an einem kleinen, feinen Wasserfall vorbei, wo uns allerdings Schwärme von Mücken attackierten. Ein bisschen Insektenschutz mit DEET im Gepäck schadet also nicht.
Auch wenn man nach hunderten Stufen keine Lust mehr hat, sollte man das Museum nicht verpassen. Nur dort sieht man das Original des Sarkophags mit der Abbildung, die manche für eine Rakete halten. Aliens, Zeitreisende oder einfach zu viel Interpretation? Die Theorien dazu zu lesen, ist recht unterhaltsam. Besonders die farbigen Funde geben eine Vorstellung davon, wie es früher ausgesehen haben könnte, einige Figuren wirken wie aus einem japanischen Comic. Wie bei den meisten Maya-Städten ist auch Palenque nur zu einem kleinen Teil freigelegt, wer weiß, welche Funde noch warten.

Unsere Tipps für Chiapas
- Warm einpacken: San Cristóbal liegt auf über 2.000 Metern, nachts wird es kalt.
- Sumidero-Canyon als Tour buchen: Das ist preislich und organisatorisch einfacher.
- Palenque früh besuchen: Weniger Reisegruppen, mehr Dschungelstimmung.
- Insektenschutz mitnehmen: Besonders am Wasserfall in Palenque.
Von San Cristóbal ging es weiter nach Oaxaca. Davor waren wir in Yucatán und in Guatemala am Atitlán-See.
Hi, ich bin Oliver.
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Beatrix
Wieder einmal Traumhaft !!