Unseren ursprünglichen Plan von Cancun rüber zur Insel Isla Mujeres zu fahren schmissen wir aufgrund eines aufziehenden Tropensturms vorsichtshalber über den Haufen und besorgten uns stattdessen Tickets für den ADO Bus Richtung Valladolid.
Einer der vielen Vorzüge wenn man auf eigener Faust unterwegs ist. Wir passen unsere Route so an wie wir Lust haben und es für sinnvoll erachten.
So stelle ich mir Mexiko vor

Valladolid ist eine kleine, schnuckelige Kolonialstadt welche nur knapp 150km von Cancun entfernt und dennoch eine ganz andere Welt ist.
Schon beim reinfahren in die Stadt sagten wir, so stellen wir uns eine typisch mexikanische Stadt vor. Kleine bunte Häuser, Musik & Händler auf den Straßen und eine total entspannte Stimmung.

Das Hostel La Candelaria, in dem wir uns ein Zimmer für 3 Nächte buchten, war easy zu Fuß zu erreichen und dafür das es mitten in der Stadt liegt, grüner als erwartet.

Eine Gemeinschaftsküche mitten im Garten …

… und nicht weniger offen waren auch die Toiletten & Duschen.
Sieht zwar super gut aus, man hat aber auch ständig mit hungrigen mexikanischen Mücken zu kämpfen.
VW Käfer passen einfach zu Mexiko

Wann immer wir in den Straßen von Valladolid unterwegs und ein VW Käfer zu sehen war, freute ich mich wie ein kleines Kind.


Die Teile passen einfach so in mein Mexikobild was ich immer vor Augen hatte und sieht in den Straßen mit all den farbenfrohen Häusern einfach mal super stylish aus!
Am Zocalo von Valladolid

Hübsch anzusehen und Treffpunkt für jung & alt ist auch der große Platz ( Zocalo ) im Zentrum von Valladolid, gegenüber der Catedral de San Gervasio, welche besonders am Abend bei entsprechender Beleuchtung super aussieht.
Kommen wir zu unserem Lieblingsthema, Essen.
Ab Nachmittags gibt es in dem Park eine echte Köstlichkeit Marquesitas – quasi eine mexikanische Crepe Version welche deutlich krosser ist und gerollt auf die Hand kommt.
Gibt es mit herzhafter Füllung (Käse etc.) und natürlich auch in süss mit Nutella.
Super lecker. Unbedingt probieren!

Um eine ordentliche Grundlage für einen Nachtisch wie diesen, muss man sich in Valladolid keine Sorgen machen. Es gibt eine gute Auswahl an Restaurants und sogar eine Art Food-Court, wie man sie aus Asien kennt.
Hähnchen überzogen mit Käse und verschiedensten Soßen, dazu diverse Tacos begleitet von ein paar kühlen Superior Bierchen …
Ja doch, die Kilos welche wir in Marokko noch verloren, holten wir hier in Mexiko schnell wieder zurück!
Eine Cenote mitten in der Stadt

In Yucatan – dem Teil von Mexiko wo wir uns aktuell befinden – gibt es unzählige Cenoten, eingestürzte mit Wasser gefüllte Kalksteinhöhlen, in denen man oft tauchen oder zumindest schwimmen kann.
Das spezielle an Valladolid ist, dass es dort eine Cenote mitten in der Stadt, nur wenige Blocks vom wuseligen Wochenmarkt entfernt, gibt!

Die Cenote Zaci ist vielleicht nicht die beste & sauberste Cenote der Region, besucht man sie aber früh Morgens hat man diese noch für sich und kann die etwas unheimliche Stimmung noch in Ruhe genießen.

Einen Sprung ins Wasser haben wir uns natürlich auch nicht nehmen lassen.
Sehr erfrischend!
Übrigens, mit Cenoten ist es hier wie mit Maya Ruinen. Man hat echt die Qual der Wahl und alleine von Valladolid aus lassen sich so einige besuchen. Insgesamt gibt es davon ein paar Tausend in Yucatan! Ganz schön löchrig das Ländle hier …
Mehr als ein Zwischenstopp


Valladolid ist definitiv mehr als einen kurzen Zwischenstopp wert und 2-3 Nächte sind ideal, vor allem da der Ort auch idealer Ausgangspunkt für den Besuch der berühmten Maya Ruinen von Chichen Itza ist.
Mehr dazu im kommenden Artikel!
Wir sind ja bekanntlich große Städtefans und da haben wir es uns auch nicht nehmen lassen Merida, die Hauptstadt des mexikanischen Bundesstaates Yucatán, und Campeche, die Hauptstadt vom gleichnamigen Bundesstaat, für ein paar Tage anzusehen.
In anderen Reiseblogs und Foren zum Thema geht es oft hin und her, welche der beiden Städte sich denn mehr für einen Besuch lohnt. Soviel vorab. Bei uns hat Campeche die Nase vorne, auch wenn wir in Mérida eine deutlich interessantere Unterkunft bei „Onkel Rafa“ hatten.
Bei Onkel Rafa in Mérida

Für die Fahrt von Tulum nach Mérida nutzten wir wieder den ADO Bus und da unsere Route ja etwas im Zick Zack Kurs verlief, kamen wir unterwegs erneut bei Valladolid vorbei.
Mérida ist mit einer knappen Million Einwohner keine kleine Stadt mehr und wir waren recht froh dass die Station der ADO Busse nicht weit weg von der zentralen Altstadt entfernt war.
So konnten wir unbesorgt und in Ruhe zu unserer Unterkunft, La Casa del Tio Rafa laufen.

Übersetzt bedeutet der Name so viel wie das Haus von Onkel Rafa, ein absolut treffender Name denn in dem kleinen blauen Häuschen auf dem Foto, da lebt der Besitzer Rafa.
Den Garten hat er mit Privatzimmern und Minipool ausgebaut, neben seinem Wohnzimmer sind die Mehrbettzimmer und wenn es in der Gemeinschaftsküche unverschämt gut riecht, dan macht er sich gerade etwas leckeres zu essen.

Ein sehr witziger und netter Kerl, welcher sich von Morgens bis Abends um seine Gäste kümmert, aktuell Weihnachtsdekoration aus alten Kartons bastelt und sich von einem deutsch-mexikanischen Volunteer die Wände derzeit verschönern lässt.
Nicht die sauberste oder modernste Unterkunft, dafür aber günstig und mit einem absolut persönlichen Touch, wie man es nur selten in einem Hostel erleben kann.
Buntes Leben auf den Straßen

Mérida begrüßte uns am ersten Abend direkt mit einem kleinen Straßenfest. Es wurden Tänze aufgeführt, laut musiziert und der Zócalo (zentrale Platz) war voll mit gut gelaunten Menschen.
Einer Eigenschaft die uns bei Mexikanern bisher eh stets ins Auge fällt. Selten ein so freundliches & offenes Volk erlebt wie in Mexiko und stets ein Lächeln auf den Lippen!

Als die Tänzergruppen abgezogen und wir vom Essen zurück am Platz waren, füllte sich die Straße mit tanzenden Menschen und lauter Musik. So gefällt uns das doch!

Essen waren wir übrigens in dem super beliebten Restaurant La Chaya Maya, wo es diverse traditionelle Gerichte der Region gibt. Wir entschieden uns für eine Probierplatte und es gab Fleisch mit Fleisch und Wurst… Dazu noch frisch im Laden gemachte Tortillas und ein kühles Bierchen.

Klingt und sieht vielleicht nicht lecker aus auf dem Foto, wie man aber sieht, hat es uns ber hervorragend gemundet. Daher, absolute Empfehlung für jeden der mal in Mérida vorbei kommt.


Zu sehen gibt es in Mérida ansonsten nicht wirklich viel. Die Häuser sind zwar schön bunt aber auch meist in einem recht schlechten Zustand und an der riesigen Kathedrale fand ich eigentlich nur die Türknöpfe interessant.
Die Straßen sind wochentags recht stressig und echt voll mit wuseligem Verkehr. Soweit ja nicht überraschend bei einer großen Stadt, was dort aber echt nervte waren die riesigen, stinkenden Busse, welche durch jede noch so kleine Straße stets mit Vollgas jagten.

Etwas gemütlicher ging es eigentlich nur am Zócalo zu, ansonsten war spazieren gehen eher Fehlanzeige. Wir verkrümelten uns daher auch an einem Nachmittag ins Shopping Zentrum Las Américas, um im dortigen Kino den Film Interstellar zu sehen. Sehr genialer Streifen!
1-2 Tage reichen in der Stadt also vollkommen aus. Lecker essen, den Trubel ansehen und vielleicht noch das eine oder andere Museum besuchen.
Die knallbunte Altstadt von Campeche


Campeche dagegen, zumindest die Altstadt innerhalb der Stadtmauern, ist super gemütlich und bei den ganzen bunten Häusern welche sich durch jeden Block ziehen, will man gar nicht mehr aufhören mit dem Spazieren durch die Straßen!


Die Stadt machte generell den Eindruck etwas mehr Geld für die Instandhaltung der Altstadt – welche auch zum Weltkulturerbe zählt – zur Verfügung zu haben.

So gut wie alle Straßen sahen einfach pico bello aus, als wären die Maler erst gestern fertig geworden! Bei blauem Himmel und praller Sonne einfach super nett anzusehen.

Campeche liegt zwar direkt am Meer, es gibt aber keinen Strand und die Promenade welche dort gebaut wurde ist leider ungenutzt. Keine Cafés oder ähnliches und sie verläuft parallel zur fünfspurigen Hauptverkehrsstrasse.
Dafür gibt es auf dem Weg dorthin tolle Wandmalereien zu sehen, welche man nicht verpassen sollte! Direkt neben dem Best Western Hotel zu finden.

Recht interessant war auch eine Kirche in der Altstadt, bei der einer der Glockentürme ein Leuchtturm war. Eine schräge Kombination, welche ich so noch nicht gesehen hatte!

Gegenüber vom Zócalo, wo man sich übrigens bestens die Lederschuhe bürsten lassen kann, gibt es noch zwei Gebäude in welche man unbedingt mal einen Blick werfen sollte.


Dem Centro Cultural Casa, ein altes Gebäude mit mehreren zum Museum aufbereiteten Zimmern und super schönem Innenhof…

… und dem Innenhof vom Italien Coffee Company Shop, in dem man komplett die Zeit vergessen kann und echt sehenswert ist. Würde man von aussen so gar nicht erwarten.

Preislich ist Campeche nicht gerade günstig und Hostels sind dort irgendwie Mangelware. Wir waren im Mehrbettzimmer vom Viatger Inn – zu klein bzw. zu viele Betten – und zahlten pro Person 180 Pesos.

Fazit: Mal abgesehen von den Hostelpreisen liegt Campeche aufgrund der echt gemütlichen Altstadt, der kleinen Fußgängerzone mit zig Cafés, Restaurants und den super bunten Häuschen bei uns deutlich vor Mérida. Im Nachhinein hätten wir sogar eher Mérida ausgelassen und die Tage zusätzlich für Campeche genutzt.
Noch kurz zum Thema Sicherheit. Bei beiden Städten wird einem die extreme Polizeipräsenz mit als erstes auffallen. Schwer bewaffnete Polizisten auf Motorrädern, Pickups mit Blaulicht rollen ständig durch die Straßen und in Campeche kommt in der Altstadt noch die Touristen Polizei auf Fahrrädern mit dazu.
Ob man sich dadurch nun sicherer oder eher unsicherer fühlt?!
Selbst schon vor Ort gewesen? Welche Stadt war Dein Favorit?
Hi, ich bin Oliver.
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Anja
Hey, ich plane aktuell unseren Urlaub in Yucatan. Wir wollen mit dem Bus herumreisen überlegen aber in Valladolid 3 Tage einen Mietwagen zu nehmen oder ggf auch 5 Tage und dann von Valladolid bis Merida. Da traue ich mich glaube ich auch zu fahren, aber git es in den kleinen Orten überhaupt eine Mietwagenstation? ich komme da mit den großen Portalen nicht weiter und dacht ihr habt vielleicht ne Idee?! :)
Danke euch schon jetzt fürs helfen :)
Anja
Oliver
Hey Anja. Ganz ehrlich, keine Ahnung. Wir haben in Mexiko nur Bus und Sammeltaxi genutzt. Die halten echt überall. Würde selbst wohl nur einen Wagen in einer größeren Stadt und über einen deutschen Anbieter mieten, als lokal in einer kleineren Stadt zu starten. vg, Olli
Andreas
Hi Oliver,
Wir sind gerade auf der isla mujeres unterwegs und überlegen wo wir in Yucatan als nächstes hinfahren können. Ich glaube Valladolid ist eine gute Option. Sieht ja echt sehr entspannt aus dort.
Danke also für den Tipp. :)
Lg
Andreas
Oliver
Oh, wir wünschen viel Spaß in Valladolid. lg, Olli