Unser Abenteuer Lateinamerika startete in Mexiko. In dieser Region der Welt waren wir bisher noch nie gewesen, und so richtig wussten wir nicht, was uns erwartet. Wir informierten uns wie gewohnt in Reiseblogs, und zum ersten Mal richtig intensiv zum Thema Sicherheit. Die Schauergeschichten über Mexiko betreffen größtenteils den Drogenkrieg im Norden und weniger Touristen, trotzdem reist man nicht ganz so unbeschwert wie anderswo. Die Halbinsel Yucatán gilt immerhin als relativ sicher.
Hier haben wir unsere Eindrücke von Cancún, Playa del Carmen, Akumal und Tulum zusammengefasst, den schönsten Strandorten der Riviera Maya.
Unsere Reise war 2014. Preise und Verbindungen ändern sich, bitte prüfe sie vorab.
Riviera Maya – kurz gefasst
- Cancún: Für die ersten 2 bis 3 Nächte nach dem Flug gut geeignet, Downtown günstiger als die Hotelzone.
- Playa del Carmen: Ideale Mischung aus Stadt und Strand, mit öffentlichem Strand und 5th Avenue.
- Akumal: Schnorcheln mit Meeresschildkröten, am besten früh am Morgen.
- Tulum: Ruinen am Traumstrand und Cenoten in der Umgebung.
- Unser Tipp: Colectivos nutzen, Gepäck klein halten und Jacke im Bus einpacken.
Neue Leichtigkeit dank weniger Gepäck
Wir wollten leichteres Gepäck mitnehmen und haben es bei unserem letzten Stopp in Frankfurt entsprechend verkleinert. Kleinere, leichtere Rucksäcke oder Duffel Bags machen Fahrten in Bussen, Minivans und Taxis erheblich einfacher. Immer wenn wir in einem vollgestopften Minivan oder lokalen Bus saßen, haben wir uns darüber gefreut. Es reist sich einfach so viel leichter, und vermisst haben wir den fehlenden Platz nicht.
Ankunft in Cancún
Die Einreise am Flughafen und die Weiterfahrt nach Cancún Downtown waren recht simpel: Einreise- und Zollformulare ausfüllen, Stempel holen und weiter zum Schalter der Busgesellschaft ADO. Vor dem Flughafengebäude wird man von mehreren Shuttle-Anbietern und Busticketverkäufern angesprochen, die total überzogene Preise in US-Dollar nennen. Selbst wenn sie ein offizielles Schild von ADO in der Hand haben: einfach weitergehen. Direkt am ADO-Schalter ist das Ticket um ein Vielfaches günstiger. Nach knapp einer Stunde Wartezeit kam der Bus, modern und groß, auf gefühlte 0 Grad heruntergekühlt, mit einem Hollywood-Film unterwegs. Das Gepäck gibt man mit dem Ticket am Bus ab und bekommt es nur mit dem Abschnitt wieder, recht gut organisiert.

Cancún ist in zwei Bereiche geteilt: die teure Hotelzone, in der ein Hotelbunker nach dem anderen eine Mauer an den Stränden bildet, und Downtown, mit ein paar kleineren Hotels und Hostels und sonst eher Wohngebiet. Im Gegensatz zu vielen Backpackern, die die Stadt überspringen, fanden wir sie recht interessant, besonders die Hotelzone auch amüsant. Zu den Stränden kommt man günstig mit den lokalen Bussen, die in Lichtgeschwindigkeit fahren. In Downtown gibt es nicht viel zu sehen, dafür kleine mexikanische Läden für die ersten Taco-Erfahrungen und günstige Märkte. In der Hotelzone fühlt man sich dagegen, auch preislich, wie in Miami. Zum Spring Break würden wir Cancún eher meiden. Unser Fazit: Für die ersten 2 bis 3 Nächte nach einem langen Flug ist Cancún gut, um ohne Jetlag weiterzureisen.
Playa del Carmen
Die Strände der Riviera Maya zählen zu den schönsten der Welt. Selbst wir Strandmuffel waren von Playa del Carmen, Akumal und Tulum begeistert und hätten am liebsten gleich wieder umgedreht. Von Valladolid ging es wieder mit dem ADO-Bus zurück an die Küste nach Playa del Carmen, dem „kleinen Cancún“. In den Bussen laufen immer unterhaltsame Filme, die einen von der Kälte ablenken sollen, eine Jacke ist Pflicht. Auf dem Weg zur Küste möchte man allerdings nicht gerade den Tsunami-Film „The Impossible“ sehen.

Zuerst haben wir in einem kleinen B&B oberhalb der 30. Straße gewohnt, etwas abseits der Touristenmeile 5th Avenue. Dort fühlte es sich an, als wäre man bei einem Freund zu Gast, und rund um die 30. Straße gibt es günstige, kleine mexikanische Restaurants. Die 5th Avenue ist dagegen zu 100 Prozent für Touristen gemacht, mit Restaurants, Bars und einer kleinen Mall mit den üblichen Kettenläden. Wir fanden es trotzdem angenehm, dort zu spazieren und täglich unseren Vanille-Cone abzuholen. Aus den geplanten 4 Nächten wurden spontan 9, und wir zogen in ein kleines Apartment, das wir über airbnb gefunden hatten. Wir wollten Halloween und den Tag der Toten, die in Mexiko fast gleichzeitig gefeiert werden, in einer größeren Stadt erleben. Besonders den Día de los Muertos kann man in Oaxaca besser feiern, aber Totenköpfe sieht man überall, und der Übergang zwischen traditionellem Fest und Halloween ist fließend.
Wir sind große Fans davon, zwischendurch ein Apartment zu mieten: lokal einkaufen, selbst kochen und einen Abend ungestört auf der Couch verbringen. Chizuru kocht (danke!) und Oli konzentriert sich aufs Essen. Spaghetti mit viel Gemüse und einem Weißwein, Schweinefilet mit Reis, gebratener Reis mit Shrimps und Misosuppe gab es bei uns.
Sonne, Strand und Meer
Der Strand von Playa del Carmen ist von mehreren Stellen bequem zu Fuß zu erreichen, komplett öffentlich, und statt riesiger Resorts findet man kleine Bars und Beach Clubs, die Liegen und Sonnenschirme verleihen. Nicht unbedingt günstig, denn dort darf man dann nur beim Verleiher bestellen, aber ohne Palmen und natürlichen Schatten hat man kaum eine Wahl. Das Wasser ist türkis und relativ klar, der Sand pudrig weiß, und es liegt kein einziger störender Stein im Weg. Am Wochenende und vor allem sonntags sind die Strände total überlaufen, das sollte man eher meiden. Für uns hatte Playa del Carmen die ideale Größe und Kombination aus Stadt und Strand, wir hätten gerne länger bleiben können. Ein Tipp: Probier die Fisch-Tacos in einem der kleinen Terrassenrestaurants, es waren die besten Seafood-Tacos, die wir bisher in Mexiko gegessen haben.

Akumal: Schnorcheln mit Meeresschildkröten
Unser absolutes Highlight in Mexiko waren bisher die Stunden beim Schnorcheln mit Meeresschildkröten in Akumal, schon länger ein Punkt auf unserer Bucket List. Nach Akumal fahren die meisten nur als Tagesausflug, da es nur wenige und meist teure Hotels gibt. Die Fahrt von Playa del Carmen im Colectivo, einem Minivan, der als Sammeltaxi überall in Mexiko fährt, war günstig. Die Colectivos fahren auf dem Highway Richtung Tulum und setzen einen an einer Fußgängerbrücke ab, den restlichen Kilometer zum Strand läuft man selbst. In der Hitze zieht sich das ganz schön.

Weil wir Chizurus Geburtstag entspannt in Akumal feiern wollten, haben wir uns für drei Nächte in einem quietschbunten Hotel direkt am Meer einquartiert, wenige Meter von der Halfmoon Bay entfernt. Man muss sich eigentlich nicht mehr bewegen: in der Hängematte auf der Terrasse baumeln, den Pelikanen bei der Jagd zusehen und den Blick aufs Meer genießen. Da Vollmond war, war es nachts besonders speziell. Zum Schnorcheln eignet sich die Turtle Bay mit ihrem puderfeinen Sand besser, die wir mit dem Leihfahrrad erreichten. Der Strand ist ein Traum, ohne Steine und mit schattenspendenden Palmen, und wenn man sich etwas von den Strandbars entfernt, hat man ihn fast für sich. Noch, denn ganz hinten wird bereits an einem riesigen Resort gebaut, eine von drei Baustellen, die wir sahen.
Die Schnorchelausrüstung gibt es im Dive Center, in sehr gutem Zustand und mit Schließfächern, Duschen und Umkleiden. Wir waren mehrere Stunden ohne Unterbrechung im Wasser und konnten in Ruhe die Schildkröten beobachten, die dort das Gras vom Meeresboden fressen. Teilweise hatten wir mehrere gleichzeitig unter uns, und wir mussten uns beherrschen, sie nicht anzufassen. Wir hatten die ganze Zeit die Szene aus „Findet Nemo“ im Kopf. Es ist auch lustig, wenn sie zum Luftholen auftauchen. Leider waren sie zu schnell für unsere etwas ältere Unterwasserkamera. Eine Schwimmweste und Flossen nutzen wir in diesem Fall gern, damit kamen wir sogar einem kleinen Rochen hinterher.

Unser Fazit: Akumal darf man in der Riviera Maya nicht verpassen. Der Ort ist von Playa del Carmen und Tulum aus einfach, günstig und schnell mit dem Colectivo zu erreichen, und außer der Ausrüstung kostet der Spaß nichts. Eine Schnorcheltour zu buchen ist, zumindest für die Schildkröten, überflüssig. Aber der frühe Vogel fängt den Wurm: Ab 10 Uhr kommen immer mehr Tourgruppen, und je später es wird, desto weniger Schildkröten sind vor Ort.
Tulum: Maya-Ruinen direkt am Traumstrand
Unser nächster Stopp war Tulum, das für seine direkt am Strand liegenden Maya-Ruinen berühmt ist. Von Akumal geht es erneut günstig mit dem Colectivo, in nicht mal einer halben Stunde. Tulum teilt sich in das Stadtzentrum und einen wunderbaren Strandabschnitt. Am Strand ist es meist sehr teuer und dazu recht einfach, mit Eco-Lodges. Strand hatten wir erst einmal genug und wohnten deshalb im Zentrum, in einer ruhigen Seitenstraße. Abseits der Hauptstraße wirkt Tulum nicht besonders einladend, aber auch dort patrouilliert regelmäßig die Polizei. Bisher hatten wir in keiner Ecke Mexikos ein komisches oder unsicheres Gefühl, an die Polizeipräsenz und das teils schwer bewaffnete Sicherheitspersonal gewöhnt man sich schnell.

Wer im Zentrum wohnt, hat es nicht weit zu den Haltestellen der Colectivos, die zum Eingang der Ruinen fahren. Die Ruinen selbst sind im Vergleich zu anderen Maya-Stätten nichts Besonderes, und mehr als 1 bis 2 Stunden braucht man nicht. Einzigartig ist die Lage an einem echten Traumstrand: Pack Schwimmsachen ein, denn eine schmale Treppe führt direkt hinunter in dieses kleine Paradies. Wie in Chichén Itzá kann man auch hier die Tierwelt beobachten, mit knallbunten Vögeln und vielen Leguanen, fotogenen Minidrachen, die sich kaum bewegen. Die Ruinen von Cobá haben wir ausgelassen, irgendwann ist auch genug mit Ruinen.
Kristallklares Wasser in den Cenoten
In der Umgebung von Tulum liegen einige der sehenswertesten Cenoten Yucatáns. Wir besuchten die Gran Cenote, die sich besonders zum Schnorcheln mit kleinen Schildkröten eignet. Beliebt ist auch die Cenote Dos Ojos, die vor allem für Tauchgänge in ihrem Höhlensystem bekannt ist. Wir waren wieder die Ersten am Eingang und hatten die Cenote eine Weile für uns, und konnten die Schildkröten bei der Futtersuche beobachten. In die Höhlen kann man ein Stück hineinschwimmen, teilt sich den Bereich aber mit Fledermäusen und deren Hinterlassenschaften. Das Wasser ist absolut klar, kein Vergleich zur Cenote Zací in Valladolid. Umkleiden und Duschen sind am Eintritt dabei, Schnorchel gibt es zu leihen. Auf einem der Fotos sieht man eine Schildkröte, die total mit Moos zugewachsen war, das sah sehr lustig aus.

Unser Fazit: Ein längerer Stopp in Tulum lohnt sich bei einer Yucatán-Tour absolut. In der Stadt gibt es nette Bars und gute Bäckereien, und wer einen Traumstrand sucht, wird dort fündig. Für Ruinen und Cenoten ist das Zentrum ein idealer Ausgangsort, da der Highway mitten hindurchführt.
Unsere Tipps für die Riviera Maya
- Am Flughafen nur am offiziellen Schalter kaufen: Die Preise der Anbieter draußen sind weit überzogen.
- Jacke im Bus einpacken: Die Klimaanlage kühlt stark.
- Colectivos nutzen: Günstig, flexibel und schnell.
- Akumal früh am Morgen besuchen: Dann sind die Schildkröten da und die Tourgruppen noch nicht.
- Strand wochentags besuchen: Am Wochenende sind die Strände von Playa del Carmen überfüllt.
Von der Riviera Maya ging es für uns nach Valladolid, Chichén Itzá, Mérida und Campeche.
Hi, ich bin Oliver.
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Lisa
Super, genau nach den Tipps zum Bus vom Flughafen hatte ich gesucht – in 4 Tagen lande ich nämlich auch in Cancun und bin schon recht gespannt wie es mir gefallen wird :)
Danke!
Lisa
Oliver
Freut mich. Viel Spaß in Mexiko, hoffentlich geht die Reise weiter als nur nach Cancun ;-)
Lisa
Hi, an und für sich nicht, wobei ich wohl verschiedene Touren machen werde, 1 oder auch mehrere Tage lang, und mir ein bisschen was vom Land ansehen – ich werde bei jemandem wohnen der im wild dolphin research macht und freitauchen, mit Delphinen, und Walhaien, und in den Cenotes, etc.
Auch ganz ok finde ich :))