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Durchs Reintal auf die Zugspitze – lange Tagestour

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aktualisiert 25.07.2026 | veröffentlicht 25.07.2026

Technisch die einfachste Route auf Deutschlands höchsten Gipfel, dafür aber ordentlich lang: Die Wanderung durchs Reintal auf die Zugspitze gehört zu den Klassikern direkt vor unserer Haustür, und höchste Zeit, dass wir sie euch auch mal richtig vorstellen.

Wer sich vorher informiert, liest überall dasselbe: technisch leicht, aber unterschätzt sie nicht. Bei bestem Sommerwetter können wir das nur bestätigen.

Inhaltsverzeichnis

1. Reintal auf die Zugspitze – Kurz gefasst
2. Start über die Partnachalm bis zur Reintalangerhütte
3. Weiter zur Knorrhütte – Bier & Kuchen als Belohnung
4. Von der Knorrhütte zur Sonnalpin
5. Mit der Gletscherbahn zum Gipfel
6. Am Gipfel
7. Abstieg zum Eibsee & Rückfahrt nach Garmisch-Partenkirchen
8. Beste Reisezeit & Anreise
9. Unser Fazit

Alles Wichtige dazu findest du hier zusammengefasst.

Reintal auf die Zugspitze – Kurz gefasst

  • Technisch einfachste Route: Von allen Zugspitze Anstiegen gilt das Reintal als der unkomplizierteste, ohne Klettersteig.
  • Aber lang: Rund 21 km und etwa 2.300 Höhenmeter im Aufstieg. Die meisten teilen sich die Tour daher auf zwei Tage mit Übernachtung auf der Reintalanger oder Knorrhütte auf.
  • Als Tagestour machbar: Wer früh startet, gut in Kondition ist und die letzten Höhenmeter mit der Gletscherbahn abkürzt, schafft die Zugspitze auch an einem Tag.
  • Rückweg: Bequem mit der Bahn, entweder zum Eibsee und von dort weiter zurück nach Garmisch-Partenkirchen.

Start über die Partnachalm bis zur Reintalangerhütte

Statt durch die Partnachklamm selbst sind wir über die Partnachalm gestartet. So umgeht man die Klamm und ihre Öffnungszeiten und ist von Anfang an auf dem freien Wanderweg unterwegs.

Der erste Teil der Strecke zieht sich angenehm flach durchs Tal, immer der Partnach entlang, vorbei an der Bockhütte auf 1.052 m. Sie ist nur im Almsommer bewirtschaftet und liegt in einem Gebiet mit langer Alm-Tradition, im Sommer weiden hier noch immer mehrere hundert Schafe.

Kurz bevor man die Reintalangerhütte erreicht, wird das Rauschen zur Seite hin lauter: Die Partnach stürzt hier als kleiner Wasserfall über ein Felsplateau, ein schönes Zeichen, dass das Etappenziel nicht mehr weit ist.

Die Reintalangerhütte, malerisch direkt an der Partnach gelegen, war für uns nur ein kurzer Stopp. Wer mehr Zeit hat oder die Tour auf zwei Tage aufteilen möchte, findet hier eine der schönsten Übernachtungsmöglichkeiten der gesamten Strecke.

Weiter zur Knorrhütte – Bier & Kuchen als Belohnung

[Foto: Aufstieg zur Knorrhütte]

Ab der Reintalangerhütte wird es spürbar alpiner. Der Weg zur Knorrhütte auf 2.052 m ist mit 3,8 km zwar nicht besonders lang, aber mit rund 680 Höhenmetern der erste richtige Anstieg des Tages. Hier merkt man, dass schon einige Kilometer in den Beinen stecken.

Die Knorrhütte, die älteste bewirtschaftete Hütte der DAV Sektion München, thront beeindruckend über dem Reintal und ist der ideale Ort für eine ausgiebige Pause.

Bei Bier und Kuchen haben wir uns hier für den letzten und anspruchsvollsten Teil der Tour gestärkt.

An der Knorrhütte teilt sich übrigens der Weg: Wer statt zum Gipfel lieber weiter Richtung Tirol wandern möchte, findet in unserem Artikel zur Wanderung übers Gatterl nach Ehrwald eine schöne Alternative.

Von der Knorrhütte zur Sonnalpin

Ab der Knorrhütte verändert sich die Landschaft schlagartig. Statt grüner Almwiesen dominiert nun helles Geröll des Wettersteingebirges, fast wie eine Mondlandschaft.

Dieses letzte Stück zur Sonnalpin hat es nochmal in sich. Nicht technisch schwierig, aber steil, steinig und an einem beliebten Sommertag wie unserem auch ordentlich voll. Auf dem bröseligen Untergrund kamen wir immer wieder ins Stocken, weil sich Wandergruppen in beide Richtungen begegneten.

Wer hier Wert auf Ruhe legt, ist an einem Wochentag oder außerhalb der Hauptsaison sicher deutlich entspannter unterwegs als wir.

Mit der Gletscherbahn zum Gipfel

An der Sonnalpin auf 2.576 m endet der eigentliche Wanderweg für uns. Ab hier führt normalerweise ein gesicherter, und etwas ausgesetzter Steig die letzten rund 400 Höhenmeter zum Gipfel bzw. folgt erst ein sich unendlich lang anfühlender und sehr steiler Geröllweg.

Da wir aber ohnehin schon einen langen Tag mit vielen Höhenmetern hinter uns hatten, und dieser Teil an Wochenenden wenn es so richtig schön voll ist, doppelt nervig wird, da man nicht voran kommt, haben wir uns für die bequeme Variante entschieden und sind die letzte Etappe mit der Gletscherbahn gefahren. Das Ticket gibt es direkt an der Sonnalpin oder im Gipfelshop. Für Bergsteiger, die den Rest der Strecke aus eigener Kraft geschafft haben, kostet die einfache Fahrt um die 10 Euro.

Am Gipfel

Oben angekommen wird man mit einem grandiosen Rundumblick über rund 400 Gipfel in vier Ländern belohnt, an einem so klaren Julitag wie unserem ein echtes Highlight nach der langen Anfahrt.

Tief unter uns lag der türkisblaue Eibsee, dazu der Blick hinab nach Garmisch-Partenkirchen und hinüber zur österreichischen Seite Richtung Ehrwald, von wo die Tiroler Zugspitzbahn ihre Gäste hochbringt.

Direkt am Gipfelkreuz auf dem Ostgipfel bildet sich zur Hauptsaison meist eine ordentliche Schlange für das obligatorische Foto. Uns war nach dem langen Tag mehr nach Entspannung als nach Anstehen.

[Foto: Kaffee mit Praline, im Hintergrund das Gipfelkreuz]

Wir haben es uns daher lieber bei einem Kaffee mit Praline mit Blick auf das Gipfelkreuz gemütlich gemacht und die Aussicht in Ruhe genossen.

Abstieg zum Eibsee & Rückfahrt nach Garmisch-Partenkirchen

Für den Rückweg sind wir mit der Bahn hinunter zum Eibsee gefahren. Nach einem so langen Tag im Aufstieg war das für uns die einzig sinnvolle Option.

Der Eibsee selbst, mit seinem türkisblauen Wasser vor der Kulisse des Wettersteingebirges, ist schon für sich einen Besuch wert und ein schöner Kontrast zum kargen Gestein weiter oben.

Von der Talstation am Eibsee ging es dann mit dem Zug zurück nach Garmisch-Partenkirchen, müde, aber glücklich nach einem richtig langen Bergtag.

Beste Reisezeit & Anreise

Wanderbar ist die Route von Ende Juni/Anfang Juli bis Anfang Oktober, solange die Hütten geöffnet haben. Davor liegt auf den letzten Metern zum Zugspitzplatt meist noch Altschnee. Prüft das Wetter unbedingt vorab: Bei Gewitter oder schlechter Sicht solltet ihr die Tour verschieben, gerade der letzte Abschnitt zur Sonnalpin ist bei Nässe deutlich unangenehmer.

Mit dem Auto Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Olympia-Skistadion mit der bekannten Skisprungschanze, rund 2 km vom Bahnhof Garmisch-Partenkirchen entfernt. Es ist ein ausgewiesener Wanderparkplatz, auf dem bis zu 3 Tage am Stück geparkt werden kann. Mit der Bahn Garmisch-Partenkirchen ist von München aus gut mit der Bahn erreichbar. Vom Bahnhof sind es dann nochmal etwa 2 km zu Fuß zum Skistadion, wo die Tour beginnt. Da man nach dieser Tour ohnehin müde und froh über jeden Schritt weniger ist, empfehlen wir die Anreise mit der Bahn statt mit dem Auto.

Unser Fazit

Die Zugspitze über das Reintal ist als Tagestour definitiv kein Spaziergang, technisch aber tatsächlich unkompliziert zu bewältigen. Wer gut in Kondition ist und früh genug startet, kann sich die Übernachtung auf der Hütte sparen und den Gipfel an einem Tag erreichen.

Am meisten in Erinnerung bleiben uns aber gar nicht die Höhenmeter, sondern die Kontraste des Tages: der ruhige Start durchs grüne Reintal, die urige Rast auf der Knorrhütte, das Gedrängel kurz vor der Sonnalpin und zum Schluss der entspannte Kaffee mit Blick über halb Deutschland.

Warst du auch schon über das Reintal auf der Zugspitze? Wir freuen uns über deinen Kommentar!

 

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