Kapstadt ist eine durchweg spannende Stadt und hat mit einem einzigartigen Naturpanorama enorm viel zu bieten. Wir haben hier mehrere Wochen verbracht, und Langeweile kam nie auf. Wer es schafft, zur Sommersaison in der Stadt zu sein, findet außerdem eine nicht enden wollende Auswahl an Veranstaltungen: Open-Air-Kinos, Sommerkonzerte in der Natur, Straßenfeste, Märkte und Beach-Club-Partys. Berücksichtige bei der Planung die Ferien- und Hauptreisezeit, die von Mitte Dezember bis Anfang Januar enorme Touristenmassen in die Stadt bringt und gute Unterkünfte rar macht.
Unsere Top 10 der Sehenswürdigkeiten von Kapstadt, dazu Tipps, wie du ohne Mietwagen auskommst.
Unser Aufenthalt war 2016. Bitte prüfe Preise, Bus- und Fahrdienstangaben sowie die Sicherheitslage vor der Reise noch einmal.
Kapstadt – kurz gefasst
- Natur: Lion’s Head, Tafelberg über Skeleton Gorge und die Küstenstraße Chapman’s Peak.
- Viertel: Woodstock (Streetart), Bo-Kaap (bunte Häuser), Camps Bay (Promenade).
- Baden: Silvermine mit warmem Wasser statt des kalten Atlantiks.
- Ohne Mietwagen: MyCiti-Bus und Uber funktionieren gut.
- Sicherheit: Wanderungen nicht allein, abends in Woodstock nicht umherlaufen.
1. Die Küstenstraße Chapman’s Peak
Jeder hat diese Küstenstraße schon einmal gesehen, zumindest in einem der dort gedrehten Autowerbespots. Die Strecke windet sich in 114 Kurven um den Berg und entlang der Küste und ist ein Augenschmaus, wir sind sie mehrmals gefahren. Starte nach Möglichkeit in Noordhoek: Dank Linksverkehr fährst du direkt am Rand der Klippen und kommst leichter in die Parkbuchten, und der Blick Richtung Hout Bay ist spannender. Der Chapman’s Peak Drive ist kostenpflichtig, bezahlt wird meist am Tor in Hout Bay. Bei schlechtem Wetter bleiben die Tore geschlossen, den Status kannst du online prüfen.

2. Lion’s Head Aufstieg
Der kleine „Hügel“ vor dem mächtigen Tafelberg ist in 1 bis 2 Stunden ohne Probleme zu besteigen, zumindest wenn du keine große Höhenangst hast. Die letzte Etappe ist recht steil, und der Blick nach unten weit. Selbst der halbe Weg lohnt sich, noch vor der ersten Leiter. Die Belohnung ist ein atemberaubender Blick auf Kapstadt, Tafelberg, Meer und die Nobelecken Clifton und Camps Bay. Der Sonnenuntergang ist dort sehr sehenswert, nimm aber eine Taschenlampe mit, denn der Rückweg kann dauern. Bei Vollmond ist es Tradition, hier hochzuklettern, und es wird brechend voll. Anfahrt: Parkplätze gibt es am Eingang an der Signal Hill Road, alternativ hält der MyCiti-Bus in der Nähe, oder du nimmst Uber.

3. Woodstock: Streetart und Hipster-Gentrifizierung
Noch vor wenigen Jahren war Woodstock einer der üblen Stadtteile, in den man sich als Tourist nicht verlaufen wollte. Das hat sich geändert, und heute gilt Woodstock als Hipsterviertel, wobei das nur für bestimmte Teile gilt, etwa rund um die Old Biscuit Mill oder das Exchange-Gebäude. Dort haben sich Startups, Röstereien und hippe Geschäfte niedergelassen, und in den Nachbarstraßen findet man den größten Teil der Streetart, die sich zu erkunden lohnt. Woodstock ist tagsüber für Kapstadt relativ sicher. Abends oder an einem ruhigen Sonntag, wenn die Geschäfte geschlossen sind, würden wir dort nicht mehr herumlaufen, besonders nicht in der Railway Street an den Gleisen. Zum Exchange-Gebäude kommst du am besten mit dem MyCiti-Bus oder Uber, freie Parkplätze sind selten.

4. Tafelberg über Skeleton Gorge
Ein Ausflug auf den Tafelberg gehört zu jedem Kapstadt-Besuch, und am schönsten ist es, ihn selbst zu erklimmen. Die einfachste, schnellste Route ist Platteklip Gorge, aber sie ist extrem sonnig und eintönig, höchstens für den Rückweg zu empfehlen. Interessanter und angenehmer ist die Route über die Skeleton Gorge. Sie beginnt im Botanischen Garten Kirstenbosch und führt die ersten Kilometer schattig durch einen Wald, an einem kleinen Wasserfall vorbei bis hoch zum Plateau. Unterwegs muss ein wenig geklettert werden, nichts Wildes, und die Wege sind gut in Schuss. Danach geht es durch die einzigartige Fynbos-Vegetation bis zum höchsten Punkt, dem Maclear’s Beacon. Für den Rückweg bietet sich die Seilbahn an, vorher unbedingt ein kühles Bier im Café an der Station. Eine anstrengende, aber lohnende Tour mit einer Vielfalt, die wohl kein anderer Weg am Tafelberg bietet. Das Wetter am Tafelberg ist tückisch: Innerhalb einer Stunde kann das Plateau komplett zuziehen, kalt, neblig und nass werden, nimm also passende Kleidung mit. Die Wanderwege solltest du nicht allein nutzen, denn es kommt noch immer ab und an zu Raubüberfällen, und auch Unfälle auf den steinigen Wegen sind nicht selten. Anfahrt: mit dem Auto zum Botanischen Garten Kirstenbosch oder besser per Uber, dann sparst du dir den Rückweg zum Auto.

5. Schwimmen im Silvermine Nature Reserve
Das Silvermine Nature Reserve könnten wir als Geheimtipp anpreisen, denn selbst viele Kapstädter kennen dieses kleine Juwel nicht. Viel Platz ist rund um den Staudamm nicht, und trotzdem war es selbst zur Ferienzeit Anfang Dezember kein bisschen überlaufen. Die Wasserfarbe ist gewöhnungsbedürftig, sie sieht wegen der natürlichen Verfärbung aus wie Cola, dafür ist es dort super angenehm zu schwimmen und der Sommerhitze zu entkommen. Das Wasser ist deutlich wärmer als im eiskalten Atlantik, den die Strände Kapstadts sonst bieten. Ein großer Parkplatz liegt kurz vor dem Staudamm, Uber ist hier keine gute Option, da der Weg vom Gate zum See weit ist.
6. Hout Bay, frischer Fisch und eine Robbeninsel
Entlang der Garden Route haben wir gemerkt, dass jeder Hafenort behauptet, das beste und bekannteste Fish-&-Chips-Restaurant der Region zu haben. In Hout Bay schmeckt es jedenfalls hervorragend, und wer eine Küche in der Ferienwohnung hat, findet im Hafen frischen Fisch und Krustentiere. Verpasse nicht eine Tour zur Duiker Island mit der Robbenkolonie: Die Touren sind günstig, die Insel in wenigen Minuten erreicht, und auf dem Rückweg gibt es einen tollen Blick auf den Chapman’s Peak. Am Hafen füttern 1 bis 2 Männer ein paar Robben von Hand mit Fischresten, und gegen ein Trinkgeld darfst du auch mal ran. Am Wochenende findet in Hout Bay der Bay Harbour Market statt. Sehr gut ist auch die Anfahrt mit dem MyCiti-Bus von Camps Bay, landschaftlich sensationell.

7. Kite-Paradies Bloubergstrand
Table View und Bloubergstrand bieten den wohl besten Blick auf den Tafelberg. Egal zu welcher Tageszeit und wie wenig Zeit du für Kapstadt hast, eine Fahrt hierher lohnt sich. Wer Kitesurfen auf der Bucket List hat, findet mehrere Schulen und Verleihe. Der Wind ist meist zu stark, um den Sonnenuntergang in Ruhe zu genießen, besser vom Auto oder einer der Bars aus. Unterwegs kommst du an einer riesigen Shoppingmall vorbei, die wir in dieser Größe selbst in Kapstadt nicht erwartet hätten. Es gibt entlang der Küste große Parkbuchten, Alternativen sind MyCiti-Bus oder Uber.

8. Strandpromenade bei Camps Bay
Bei Camps Bay erwarten dich eine schicke Promenade mit mehreren Restaurants, ein toller Strand und ein fantastischer Blick auf die Zwölf Apostel am Tafelberg. Besonders abgefahren sieht es aus, wenn sich eine dicke Wolkenschicht über den Rand der Berge schiebt, das Naturphänomen heißt „Tischdecke des Tafelbergs“. Camps Bay gehört zu den nobleren Stadtteilen, und die Restaurants sind deutlich teurer als im City Bowl. Wegen knapper Parkplätze und viel Verkehr empfehlen wir Uber oder den MyCiti-Bus, dessen Fahrt vom Tafelberg über Kloof Nek zudem ein toller Anblick ist.
9. Botanischer Garten Kirstenbosch
Genug von Menschenmassen und der wuseligen Stadt? Dann geh in den Botanischen Garten Kirstenbosch. In Kapstadt stimmt nicht nur die satt grüne Landschaft am Fuß des Tafelbergs, auch die Fynbos-Vegetation ist sehr speziell, und es gibt einen kleinen, feinen Baumwipfelpfad. Für ein ordentliches Picknick lohnt vorab ein Stopp bei einem Foodmarket neben dem Green Market Square, wo es von der Take-away-Salattheke bis zum BBQ-Grill alles gibt. Wir haben im Garten mehrere Schlangen gesehen, einige davon giftig, also Augen auf. Parkplätze gibt es genug, Uber ist ebenfalls gut, und der Weg führt durch den waldigen Stadtteil Newlands und lässt sich mit einer Tour zu den Weingütern bei Constantia verbinden.

10. Der farbenfrohe Stadtteil Bo-Kaap
Im Stadtteil Bo-Kaap, unweit der Long Street, gibt es nicht viel zu entdecken: Die farbenfrohen Häuser stehen auf nur 3 bis 4 Straßen. Nett ist es trotzdem, besonders wenn der Tafelberg im Hintergrund zu sehen ist. Halte Ausschau nach traditioneller Cape-Malay-Küche, die in Bo-Kaap besonders gut sein soll. Wenn es um Punkt 12 Uhr im Hintergrund knallt, wundere dich nicht: Das sind die alten Kanonen vom Signal Hill. Es sind normale Wohnhäuser, etwas Respekt beim Fotografieren fremder Veranden ist angebracht. Zu Fuß ist die Gegend gut zu erkunden, oder du schließt dich der kostenlosen Walking Tour am Green Market Square an. Parkplätze gibt es kaum, Uber ist eine gute Alternative.

Extra: Kapstadt ohne Mietwagen?
In Kapstadt kommst du mit und ohne Mietwagen gut zurecht, oft sogar besser ohne, denn der Fahrer kann dann den heimischen Wein genießen, und die Parkplatzsuche entfällt. Der MyCiti-Bus hat ein sehr gutes Streckennetz durch die Innenstadt bis nach Hout Bay und hoch Richtung Bloubergstrand, und die Haltestelle Kloof Nek bedient sogar ein kostenloses Tafelberg-Shuttle. Die Busse sind neu und gepflegt, an heißen Tagen kann es stickig werden. Du brauchst eine MyCiti-Karte, die du an einer größeren Station aufladen kannst. Bar zahlen geht im Bus nicht. Keine Sorge: Alle Linien, die vom Zentrum starten, fahren nur in Stadtteilen, die auch für Touristen geeignet sind. Der Fahrdienst Uber ist die ideale Ergänzung: Kapstadt ist sehr Uber-aktiv, die Fahrer waren freundlich, und die Fahrten günstig. Dafür brauchst du ein Smartphone mit Uber-App und am besten eine lokale SIM-Karte mit Internet. Mit Gepäck nimm lieber ein größeres Auto. Züge, weiße Minivan-Sammeltaxis und die großen Linienbusse haben beim Thema Sicherheit einen durchwachsenen Ruf und sind nur bedingt zu empfehlen.

Unsere Tipps für Kapstadt
- Nicht allein wandern: Besonders am Tafelberg.
- Straßenstatus am Chapman’s Peak prüfen: Bei Wetter gesperrt.
- Uber und MyCiti nutzen: Das spart die Parkplatzsuche.
- Zur Ferienzeit früh buchen: Mitte Dezember bis Anfang Januar ist alles voll.
Kapstadt, wir werden uns noch öfter wiedersehen! Mehr zu unserer Route liest du in unserem Roadtrip durch Südafrika.
Hi, ich bin Oliver.
Kap-Halbinsel: Chapman’s Peak, Pinguine, Kap der Guten Hoffnung & Noordhoek
Roadtrip Südafrika: Von Johannesburg nach Kapstadt und über die Garden Route nach Port Elizabeth
3 Traumstrände auf Sansibar – unsere Favoriten
Dennis
Wir waren bis jetzt nur ein mal in Kapstadt und sonst immer im Norden von Südafrika. Aber unser nächstes Ziel wird Kapstadt werden. Toller Beitrag wir freuen uns auf 2021
die Daeubers
Hallo ihr zwei,
wir waren bereits auch öfter in Kapstadt und das sind definitiv auch unsere Highlights, sehr schöner Beitrag. Die Wanderung auf den Lions Head ist nicht nur zum Sonnenuntergang sondern auch zum Sonnenaufgang sehr empfehlenswert :-).
Viele Grüße,
Tanja & Martin
Oliver
Wanderung zum Sonnenaufgang klingt gut! Haben wir direkt einen weiteren Grund gefunden, um erneut nach Kapstadt zu reisen. (-;
vg, Olli
Zypresse
Es ist alles dabei, was ich auch nennen würde… mit einer Ausnahme. Ich finde definitiv, dass man in Kapstadt auch auf Robben Island gewesen sein sollte. Es ist vielleicht kein übliches Highlight, aber auf jeden Fall ein beeindruckender Einblick in die Geschichte des Landes.
Und sonst kann ich ergänzen
* Fish on the rocks in Hout Bay, dort schmeckt es wirklich gut und die Atmosphäre hat noch was von Hafenkneipe
* in Kirstenbosch lohnt definitiv ein Summer Concert, wenn man zur rechten Zeit dort ist
* Bloubergstrand ist nicht nur ein Paradies für Surfer/Kitesurfer – auch Strandspaziergänger kommen hier auf ihre Kosten. Und dann den Tag mit einem Sundowner beim Blick auf Kapstadt und den Tafelberg beschließen, das ist wunderschön!
Kapstadt ist einfach eine wunderbare Stadt, das habt ihr hier gut eingefangen!
Oliver
Oh ja, bei Fish on the Rocks waren wir auch essen. Die Shrimps sind echt super dort und stimmt, hat etwas von einer Hafenkneipe. Die Sommer-Konzerte im Kirstenbosch Garten sind bestimmt toll, die Bühne hat ja echt eine tolle Position im Park. Auch ideal für ein Picknick Mittags geeignet! BG, Olli
Thomas
Hallo,
schöne Auflistung der Sehenswürdigkeiten. Tafelberg, Bo-Kaap, Camps Bay und auch der Chapmans Peak Drive haben mir damals sehr gefallen.
Aber auch einfach durch die Straßen von Kapstadt zu schlendern oder an der Waterfront kann sehr entspannt sein.
Vg
Thomas
Oliver
Besten Dank Thomas.
An der V&A Waterfront hat uns am meisten der Blick über den Yacht Hafen Richtung Tafelberg gefallen, eine sehr nette Kombination! Ansonsten finde ich solche Malls ja eher austauschbar. Da dreht man sich 3x im Kreis und man könnte auch irgendwo anders auf der Welt an einem typischen Touri Ort sein. ;-)