Borneo – die drittgroesste Insel der Welt ist Heimat von Orang-Utans, Nasenaffen, Schlangen, Hornvoegeln, Koboldaeffchen und vielem mehr. Wir bereisten den malaysischen Teil Sabah für 10 Tage und wollten Suedostasien nicht verlassen, ohne einen Teil von Borneo und seine Bewohner gesehen zu haben.

Unser Flug ging von Bangkok, begleitet von einem wunderschönen Sonnenaufgang, via Kuala Lumpur nach Sandakan – eine kleine Fischerstadt an der Ostkueste im Norden Borneos.
Ankunft in Sandakan
Regenzeit in Borneo

Den Zeitpunkt unserer Borneo-Reise hätten wir vielleicht etwas besser planen sollen, denn der Januar gehört zu den regenreichsten Monaten des Jahres und dementsprechend grau wurden wir in Sandakan auch begruesst.
Hafenpromenade in Sandakan


Bevor wir uns die Hafenpromenade, eines der wenigen Highlights innerhalb der Stadt, anschauten, stoppten wir kurz im Curry House nebenan. Wenn wir eine Sache an Reisen in Malaysia lieben, dann ist es das Essen – indisch, chinesisch und natürlich malaysisch, alles super lecker.


Die Waterfront ist tagsüber sehr verschlafen und bis auf einen Waran und ein paar Booten des Militaers gab es eigentlich nichts zu sehen.
Touren und Ausflüge ab Sandakan
Touranbieter gibt es einige und in unterschiedlichsten Preisklassen. Wir entschieden uns für ein Paket aus einer River Cruise am Abend und Morgen, einer Nachtwanderung im Dschungel und Übernachtung in der Kinabatangan Nature Lodge. Das Sepilok Orang-Utan Sanctuary und das Rainforest Discovery Center haben wir uns auf eigene Faust angesehen.
Sepilok Orang-Utan Sanctuary
Eines stand ganz oben auf unserer Borneo-ToDo-Liste: ein Besuch im Sepilok Orang-Utan Sanctuary, welches recht gute Arbeit für den Erhalt der Orang-Utans auf Borneo leistet. In einem geschützten Areal Regenwald hat man dort die Möglichkeit, Orang-Utans, die auf die Wildnis vorbereitet werden, zweimal täglich bei einer Art Fütterung zu beobachten.
Je weniger Tiere man sieht, desto erfolgreicher war deren Arbeit! Man hat aber trotzdem so gut wie eine Garantie, einen Orang-Utan dort zu Gesicht zu bekommen, denn an Nachschub zum Beispiel aus Gefangenschaft befreiter Tiere mangelt es leider nicht.
Von Sandakan nach Sepilok

Es gibt mehrere Möglichkeiten zum Sepilok Orang-Utan Center zu gelangen. Entweder mit dem öffentlichen Bus, welcher an einer Strassenkreuzung ca. 30 Minuten Fussweg vom Eingang entfernt hält, oder einem Minibus, welcher direkt bis zum Eingang faehrt. Der erste Minibus faehrt um 9 Uhr morgens los – es wird dann SEHR knapp, pünktlich zur Fuetterungszeit um 10 Uhr vor Ort zu sein.

Wir entschieden uns für ein Taxi, um pünktlich zur 1. Fütterung vor Ort zu sein. Aufgrund des starken Verkehrs benoetigen wir knapp eine Stunde. An dem Tag waere es also mit dem Bus, welcher unterwegs mehrmals hält, nicht zu schaffen gewesen.
Regen und die erste Fütterung


Kaum hatten wir unsere Eintrittskarten geholt, fing es natürlich wieder an zu regnen. Zusammen mit anderen durchnaessten Besuchern warteten wir geduldig auf die ersten Orang-Utans – doch die waren wohl noch alle am Schlafen und hatten kein Interesse an einem Frühstück.




Als sich so langsam die Enttaeuschung bei allen breit machte, raschelte es in einem der Bäume und ein noch sehr junger Orang-Utan holte sich ein wenig vom Futter ab und beobachtete uns.


Leider fing es dann so stark an zu regnen, dass sich schön der Orang-Utan mit Blaettern zudeckte und nach nur wenigen Minuten wieder verschwand. Da es auch die ganzen Tage zuvor stark regnete, war der Rundweg im hinteren Bereich des Dschungels gesperrt.


Wir sahen noch einen Dokumentarfilm über die Arbeit des Centers an und zogen uns leicht durchnaesst in die Cafeteria zurück.
Rainforest Discovery Center

Die Zeit zwischen den Fütterungen lässt sich wunderbar im Rainforest Discovery Center verbringen. Der Park ist nur eine kurze Taxifahrt vom Orang-Utan Center entfernt. Aufgrund des Wetters hatten wir diesen dann auch so gut wie für uns alleine.





Im Park selbst gibt es bis auf sattes Gruen und einigen exotischen Voegeln eigentlich nichts weiteres zu sehen. Ein Besuch lohnt sich aber dennoch, denn die Wege und Brücken sind nett gemacht und die Aussichtsterme bieten einen guten Ausblick auf die Umgebung.
Orang-Utan Fütterung – zweiter Versuch um 15 Uhr

Bei der zweiten Fütterung um 15 Uhr hatten wir deutlich mehr Glueck. Zuerst entdeckten wir diesen großen Herrn hoch oben in den Baeumen. Von dort aus beobachtete er uns und wir ihn. Einfach unglaublich mit welcher Leichtigkeit er seinen großen Koerper die Bäume hoch und runter bewegte!


Immer wieder raschelte es in den Baeumen und wir entdeckten voller Freude einen weiteren orangenen Fellknaeuel. Ein absolutes Highlight war eines der Weibchen, das ihren Nachwuchs mit zur Fütterung brachte – fest umklammert und auf den Fotos kaum zu entdecken.




Nach einigen Minuten hatten wir dann die ganze dort frei lebende Truppe am Buffet versammelt. Ein Besuch im Sepilok Orang-Utan Center sollte bei einem Urlaub in Sabah nicht fehlen. Mit dem Eintrittsgeld unterstützt man eine mehr als sinnvolle Aktion und hat die Möglichkeit, ganz nah bei den Tieren zu sein.
Dschungel-Abenteuer am Kinabatangan
Nachdem wir die ersten Orang-Utans im Sepilok Sanctuary erlebt hatten, wollten wir tiefer in den Dschungel und weitere, nur auf dieser Insel lebende Tiere in freier Natur sehen. Die Kinabatangan Nature Lodge ist das ideale Basislager dafuer.
Von Sandakan zur Kinabatangan Nature Lodge

Die Nature Lodge ist knapp 4 Stunden von Sandakan entfernt und damit für einen Tagesausflug zu weit. Wir entschieden uns daher direkt für eine Übernachtung in der Lodge.


Die Fahrt zeigte uns schonungslos, was wir bisher nur aus Artikeln und Reportagen kannten: Palmoel-Plantagen soweit das Auge reicht. Als wir aber unser Ziel erreichten, aenderte sich die Landschaft schlagartig und wir sahen einen schönen, saftig gruenen und wild zugewachsenen Dschungel vor uns.

Die Nature Lodge im Dschungel


Die Nature Lodge war komfortabler als von uns erwartet und wir hätten hier gut und gerne 3 Naechte verbringen können, wenn das Wetter etwas besser gewesen waere. Unser Zimmer war einfach aber nett und sauber – wir hatten sogar Moskitogitter vor den Fenstern.
River Cruise am Abend

Nach unserem Check-in ging es direkt mit der ersten Flusstour los. Wir ergatterten die vordersten Plaetze im Boot und hatten so beste Sicht – und zu Anfang regnete es ausnahmsweise mal nicht.

Wir suchten alle die Umgebung ab, vermuteten hinter jedem Ast einen Nasenaffen oder Orang-Utan und vorbeischwimmende Stoeckchen wurden regelmaessig mit einer Python verwechselt – worueber unser Guide immer nur breit grinste. Als erstes entdeckten wir dann mehrere bunte Hornbill-Voegel.

Dann der erste Baum, in dem es wild raschelte. Wir sahen einige Affen herumspringen, sich gegenseitig lausen und fressen.


Weiter ging es den Fluss entlang zu einer speziellen Stelle, wo oft Zwergelefanten gesichtet werden – doch schön seit 2 Tagen wurden keine mehr am Fluss gesehen. Immer wieder sahen wir stattdessen Bäume voll mit Longtail-Makaken.


Plötzlich drehten wir um und steuerten einen Baum an, auf dem mehrere dicke Schlangen lagen. Nicht giftig aber sehr schmerzhaft, sagte unser Guide noch lachend, als wir direkt unter ihnen hielten. Dann fing es wieder an zu regnen.

In einem kleinen Speedboot vorne zu sitzen macht nur bei gutem Wetter Spaß. Uns prasselte der Regen bei voller Fahrt mit voller Wucht ins Gesicht. Entsprechend durchnaesst kamen wir dann auch zurück.
Abendessen in der Lodge



Im Camp steht ein Gong, welcher bei jedem Ereignis mehrmals erklingt – und dieses Mal war es der Ruf zum Abendessen. Es gab ein, für den Preis der Tour, recht ordentliches Buffet mit verschiedensten Gerichten, sogar für Vegetarier.
Nachts im Dschungel von Kinabatangan

Es war soweit – der Gongschlag ertoeonte und wir zogen uns Blutegel-Socken und Gummistiefel an. Die uebliche Route der Nachtwanderung konnten wir leider nicht gehen, da in manchen Teilen das Wasser durch den Regen knieftief war. Neben Spinnen, Skorpionen und Schlangen, die im Wasser warten, waere es auch zu gefaehrlich gewesen.


Über die Gummistiefel waren wir froh, denn wir wateten durchgehend durch knoecheltiefen Matsch und tiefe Pfuetzen. In totaler Dunkelheit durch den Dschungel zu laufen war schön eine sehr spezielle Erfahrung. Tiere in der Umgebung machten einen Laerm, dass wir den Guide kaum noch hören konnten.

Im Entenmarsch schlichen wir hinter unserem Guide her und blieben regelmaessig stehen. Unser Guide entdeckte mit seinen Adleraugen schlafende Kingfisher-Voegel, Tausendfuessler, Minifroesche, Schmetterlinge und eklig große Insekten.


Das Highlight – ein Tarsier

Lange hatten wir keine Zeit gehabt, über die Zwergelefanten nachzudenken, denn unser Guide spurtete auf einmal los – er hatte etwas an einem Baum irgendwo weit hinten entdeckt. Was er fand, war ein Tarsier – auf Malaysisch auch Ghost Monkey genannt.

Für uns war dies das absolute Highlight dieser Tour, denn die Tiere sind mittlerweile sehr selten. So ein Tarsier ist allerdings sehr scheu und ein echtes Sensibelchen. Hast Du also Glueck, eines dieser Tiere im Dickicht zu entdecken, ist Ruhe angesagt – kein Blitzlicht, kein Anfassen, egal wie groß die Versuchung auch sein mag!
Morgen-Bootsfahrt auf der Suche nach Nasenaffen

Unsere zweite Bootstour den Fluss entlang verlief ohne Regen und war einfach nur schön. Die Landschaft vom Boot aus zu geniessen, war ein echter Genuss.

Kurz vor Ende unserer Tour sahen wir dann doch noch ein paar Nasenaffen – allerdings zu weit oben in den Baeumen. Mit dem blossen Auge zwar noch einigermassen zu erkennen, für Fotos reichte unsere Kamera keineswegs. So ist das halt mit der Natur, sie will nicht immer so wie wir wollen.
Abend in Sandakan


Nach einem ordentlichen Frühstück ging es mit dem Bus wieder zurück nach Sandakan. Bei besserem Wetter und bewaffnet mit einer ordentlicheren Kamera waeren wir gerne noch 2-3 weitere Naechte in der Kinabatangan Nature Lodge geblieben!


Der Ausblick von der Pool-Bar des Four Points by Sheraton ist besonders zum Sonnenuntergang ziemlich genial.
Weiterreise von Sandakan nach Kota Kinabalu
Naechster Stopp: Kota Kinabalu. Die Hauptstadt von Sabah ist deutlich größer und lebendiger als Sandakan – gutes Essen, Märkte, schöne Straende in der Nähe und mehr.
Tung Ma Express Bus nach Kota Kinabalu

Die Busstation ist etwas ausserhalb von Sandakan Stadt und am besten mit dem Taxi zu erreichen.

Verpflegung für unterwegs kannst Du dir zwar bei verschiedenen Händlern vor den Bussen kaufen, wenn du aber etwas anderes als Chips bevorzugst, solltest du dir die Taschen lieber vorher bei den Bäckereien in Sandakan fuellen.

Der Bus war recht modern, bequem und es gab sogar aktuelle Kino-Unterhaltung. Bus fahren in Malaysia ist deutlich sicherer als in einigen Nachbarlaendern – Verkehrsregeln werden groesstenteils befolgt und es gibt keine Wettrennen zwischen den Busfahrern wie zum Beispiel in Thailand.



Nach etwas mehr als 2 Stunden legten wir eine Mittagspause ein – Zeit den Magen mit leckeren chinesischen Steamed Buns zu fuellen.



Je naeher wir Kota Kinabalu kamen, desto bergiger und interessanter wurde die Landschaft. Den Ausblick ins Gruen konnten wir allerdings nicht lange geniessen, denn es wurde so neblig, dass wir kaum noch die Strasse vor uns erkennen konnten.
Ankunft in Kota Kinabalu

Die ersten Eindrücke von Kota Kinabalu waren direkt positiv. Nicht zu klein und nicht zu groß, dafuer aber sehr lebendig – und der wichtigste Punkt: es regnete nicht. Von Chinatown aus ein paar Straßen überqueren, vorbei an Bars und Restaurants, und schön steht man direkt am Meer auf einer schönen Promenade.



Um den kleinen Hunger kuemmern sich unzaehlige kleine Stände mit frisch gegrilltem Seafood – Fisch, Shrimps, Hummer, einfach alles was am Tag gefangen wurde.



Wer es noch frischer mag, geht ein paar Meter weiter Richtung Filipino Market. Dort gibt es so ziemlich alles zu kaufen, was man für ein leckeres Abendessen benoetigt.



Das Essen in Kota Kinabalu war absolut koestlich – wie so ziemlich alles, was wir dort zu uns genommen haben.
Hi, ich bin Oliver.
Songkran in Bangkok – Wasserschlacht, Silom, Khaosan & mehr
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