Heißluftballons im Morgenlicht, Felsen in Form von Feenkaminen und ein Zimmer direkt im Fels: Kappadokien war eines der Highlights unserer Türkei-Reise. Nach einer langen Busfahrt aus Istanbul waren wir mitten in Zentralanatolien angekommen und fanden uns in einer Landschaft wieder, die aussieht, wie aus einem Bilderbuch.
Hier haben wir zusammengefasst, wie du hinkommst, was sich lohnt und worauf du bei Wanderungen achten solltest.
Unser Besuch liegt einige Jahre zurück. Preise und Fahrpläne können sich seitdem geändert haben, prüfe das bitte vor deiner Reise.
Kappadokien – kurz gefasst
- Anreise: Fernbus von Istanbul nach Göreme, etwa 13 Stunden mit mehreren Pausen.
- Basis: Göreme, mit Höhlenzimmern, Cafés und Dachterrassen.
- Open Air Museum: Höhlenkirchen mit Fresken aus dem 11. Jahrhundert. Besser nicht zur Mittagszeit besuchen.
- Wandern: Rose Valley, Kiliclar Valley, Pigeon Valley und Love Valley sind auf eigene Faust machbar, mit festen Schuhen und viel Wasser.
- Heißluftballons: Der Sonnenaufgang ist ein Erlebnis, auch ohne selbst zu fliegen.
Anreise: mit dem Fernbus von Istanbul nach Göreme
Morgens um kurz vor 7 sind wir am Taksim-Platz in den Shuttlebus zum Busbahnhof gestiegen, und gut 13 Stunden später kamen wir in Göreme an. Die Fahrt war lang, aber überraschend entspannt. Die Sitze sind bequem, es gibt ein Unterhaltungsprogramm, Getränke und kleine Snacks, und die Pausen sind gut abgestimmt. In Ankara mussten wir umsteigen, ein Trainingslager für Indien, wie wir uns einredeten: Hunderte Busse, überall suchende Menschen, und unser Bus stand natürlich nicht an der genannten Haltestelle, sondern in zweiter Reihe bei einer anderen. Ein Stopp vor einem riesigen, fast ausgetrockneten Salzsee war dafür ein echter Höhepunkt, besonders bei Sonnenuntergang.

Beeindruckt hat uns die Gastfreundschaft. Die Menschen wirken auf den ersten Blick nicht übermäßig überschwänglich, sind aber unglaublich hilfsbereit. In Deutschland hat uns noch nie ein Busfahrer Nüsse angeboten, um sie gemeinsam zu knacken, während man auf den letzten Fahrgast wartet. Schade nur, dass so wenige Englisch sprechen.
Göreme: ein Zimmer im Fels
Zum ersten Mal sahen wir unsere Umgebung bei Tageslicht am nächsten Morgen. Ein Hahn krähte, es gab komische Nebengeräusche, und als wir die Vorhänge am Bett aufzogen, begrüßten uns zig Heißluftballons, die gerade an Höhe gewannen. Egal in welche Richtung wir schauten, kamen neue dazu. Wie im Bilderbuch!

Wir haben in einem Höhlenzimmer geschlafen, mit Frühstück auf der Dachterrasse mit Blick über Göreme und die Felsen. Abends sieht der Ort ganz anders aus: Überall gibt es etwas zu essen, Teppiche werden angeboten, alles ist schön beleuchtet, und der Ruf des Muezzins macht die Stimmung perfekt. Unser Tipp: Viele Unterkünfte holen kostenlos vom Busbahnhof ab, frag danach.
Göreme Open Air Museum
Das Open Air Museum zeigt neben Höhlenwohnungen einige alte Kirchen im Fels, teils mit Originalfresken aus dem 11. Jahrhundert. Fotografieren ist dort oft verboten. Wir waren zur Mittagszeit da und wurden von vielen Reisegruppen überrascht. Wir mussten immer wieder auf einen passenden Moment für die einzelnen Höhlen warten. Besser sind früher Morgen oder später Nachmittag.

Vom Open Air Museum aus kommt man direkt in eines der zahlreichen Täler und kann die Felsenlandschaft auf eigene Faust erkunden. Dort sind keine Reisegruppen mehr unterwegs, denn die fahren zum Glück mit den Bussen direkt an den meisten Stellen vorbei.
Wandern in den Tälern von Kappadokien
Wir sind zu absoluten Wanderfreunden geworden. Auf eigene Faust haben wir Rose Valley und das Kiliclar Valley erkundet, in rund fünf Stunden. Die Landschaft mit ihren Feenkaminen und der Aussicht auf die Umgebung ist jede Anstrengung wert. Wer nicht auf feste Bustouren steht, muss sich allerdings den Weg selbst suchen, denn detaillierte Karten gibt es kaum. Ab und an ist ein Pfeil auf die Felswand gesprüht, doch oft ist der Eingang in ein Tal nur ein kleines Nadelöhr, das man erst finden muss (das gilt auch für den Ausgang).

Unsere Tipps für die Wanderungen:
- Feste Schuhe: Die Wege sind teils sehr schmal, bestehen aus bröseligem Tuffstein, und links und rechts geht es manchmal zig Meter in die Tiefe.
- Viel Wasser mitnehmen: In fünf Stunden begegneten wir genau sechs Menschen, und die beiden kleinen Teeläden am Weg waren geschlossen (Nebensaison).
- Früh starten: In der Mittagshitze wird es auf den schattenarmen Wegen anstrengend.
- Nicht allein verirren: Hat man ein Tal einmal betreten, geht es oft nur weiter oder den gleichen Weg zurück.
Unterwegs entdeckten wir einen großen Fuchs, der schneller war als der Autofokus, eine Schildkröte mitten auf dem Weg und einen kleinen Garten, in dem wir eine Kekspause einlegten. Später merkten wir, dass die Höhlenwohnung daneben noch bewohnt war und wir sozusagen im Garten der Bewohner pausiert hatten. Der Aufstieg am Ende war sehr rutschig, und am Ausgang standen wir mitten in einem Weintraubenfeld im Nirgendwo. Zwei nette Händler nahmen uns per Anhalter bis nach Uchisar mit, in einem Wagen, der den TÜV wohl nicht mehr bestehen würde. Das Grinsen der beiden werden wir nicht so schnell vergessen. In Uchisar holte uns noch ein Sandsturm ein: Plötzlich sah man nichts mehr, und es wurde recht knusprig im Mund. Zurück nach Göreme ging es mit dem Minibus.

Pigeon Valley nach Uchisar
Eine weitere Wanderung führte uns durch das Pigeon Valley nach Uchisar. Sie ist etwas anstrengender als die anderen, mit Klettereinlagen und einem spürbaren Höhenunterschied. Manche Wege enden in einer Sackgasse. Wer bei einigen Felsformationen an etwas Bestimmtes denkt, ist nicht allein: Ein Tal heißt nicht umsonst Love Valley. In Uchisar selbst gibt es neben dem Schloss und einem hervorragenden Ausblick über Göreme und die Täler nicht viel zu sehen, und in der Nebensaison wirkt alles etwas verschlafen.

Heißluftballons, Sunset Point und Essen
Mit dem Ausschlafen war es vorbei: Kurz vor 7 Uhr hörten wir die ersten Ballons aufsteigen, und wir mussten einfach raus. Auf dem Berg hinter unserer Unterkunft haben wir den Anblick genossen. Besser war, einen Pullover mitzunehmen, denn morgens sind es im Herbst gerade mal 8 Grad. Manche Ballons fliegen so nah an den Felsen entlang, dass wir fast gerammt worden wären. Gab aber ein gutes Video! Abends lohnt der Sunset Point mit tollem Ausblick auf den Ort.

Kulinarisch haben uns besonders die Gözleme (gefüllte Teigfladen) mit Käse und Spinat, frischer Apfeltee und die Linsensuppe in einem kleinen Café gefallen, die angeblich von der Mutter des Wirts gekocht wird. Abends wurden wir sogar zum BBQ eingeladen, mit Hähnchen, Salat und Brot. Die Katzen, die immer um Leckerlis betteln, bekamen die Knochen und verputzten sie komplett. Dazu ein Efes Pils, wobei wir uns zwischendurch auch ein ordentliches Weizen gewünscht haben.

Unsere Tipps für Kappadokien
- Reisezeit: Im Herbst ist es tagsüber noch heiß, nachts und morgens aber kühl. Ein Pullover gehört ins Gepäck.
- Bargeld mitnehmen: Wir hatten am Tag vor der Abreise Pech: Ein Geldautomat zeigte plötzlich einen Blue Screen und spuckte die Karte erst nach einem Anruf bei der Bank wieder aus. Hol dein Geld besser dann, wenn die Bank geöffnet hat.
- Nicht zur Mittagszeit ins Museum: Früher Morgen oder später Nachmittag sind ruhiger.
- Wanderungen gut vorbereiten: Feste Schuhe, ausreichend Wasser und etwas Orientierungssinn.
- Frühaufstehen lohnt: Der Ballonstart bei Sonnenaufgang ist das schönste Foto- und Erlebnismotiv.
Weiter nach Pamukkale
Von Göreme ging es für uns mit dem Nachtbus weiter nach Pamukkale. Mehr dazu in unserem Artikel zu den Kalkterrassen von Pamukkale. Die Reise begann in Istanbul.
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