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Unterwegs in Jerusalem: Einreise über die King Hussein Bridge, Altstadt und Totes Meer

Reiseblog Israel Urlaub

aktualisiert 05.11.2026 | veröffentlicht 14.10.2012

Jerusalem ist laut, heilig und überraschend lebendig. Wir sind über die King Hussein Bridge aus Jordanien eingereist, haben die Altstadt mit ihren vier Vierteln erkundet und einen Ausflug ans Tote Meer gemacht. Hier erzählen wir, wie die Einreise ablief und was uns in der Stadt begegnet ist.

Unsere Reise liegt einige Jahre zurück. Grenzübergang, Preise und Öffnungszeiten ändern sich, bitte prüfe sie vor deiner Reise.

Jerusalem – kurz gefasst

  • Einreise: Aus Jordanien über die King Hussein Bridge, mit langen Wartezeiten und mehreren Kontrollen.
  • Altstadt: Vier Viertel (jüdisch, christlich, armenisch, muslimisch), am besten früh und abseits der Hauptwege.
  • Schabbat: Von Freitagabend bis Samstagabend fahren weder Tram noch Busse, viele Läden sind geschlossen.
  • Markt: Der Mahane Yehuda Markt ist ideal zum Probieren und Selbstkochen.
  • Ausflug: Das Tote Meer ist mit dem Linienbus erreichbar.

Einreise über die King Hussein Bridge

Inhaltsverzeichnis

1. Einreise über die King Hussein Bridge
2. Die Altstadt von Jerusalem
3. Ausflug zum Toten Meer: Ein Gedi
4. Unser letzter Tag in Jerusalem
5. Unsere Tipps für Jerusalem

Von Amman aus sind wir morgens kurz nach 7 Uhr mit einem Privattaxi zum Grenzübergang King Hussein Bridge gefahren. Ein Reisender aus Tschechien, den wir im Hostel kennengelernt hatten, teilte sich das Taxi mit uns, gebucht hatten wir es am Vorabend über das Hostel. Das war teurer als der Bus, aber bequemer und schneller, und wir konnten die Gegend ansehen: karge Steinwüste mit hohen Bergen am Horizont.

An der Grenze
An der Grenze

Am Grenzübergang wurde zuerst das Gepäck durchleuchtet, wir holten unsere Zettel mit dem jordanischen Stempel ab und bezahlten die Ausreisegebühr. Weil die King Hussein Bridge kein offizieller Grenzübergang ist und aus jordanischer Sicht keine Ausreise stattfindet, gibt es den Stempel nur auf einem Blatt Papier. Den Reisepass mussten wir abgeben und bekamen ihn später im Shuttlebus zurück, der einzigen Möglichkeit, auf die israelische Seite zu kommen. Am ersten Sicherheitstor ließ man den Bus gut 20 Minuten in der Sonne warten, dann ging der Spaß los.

Am israelischen Terminal mussten wir aussteigen und unser Gepäck zusammensuchen, das Mitarbeiter zuvor auf dem Bürgersteig verteilt hatten. Anstellen dauerte knapp 30 Minuten, dann kamen die ersten Befragungen: Wer sind wir, in welchem Verhältnis stehen wir zueinander, wohin wollen wir und warum. Wir bekamen einen Klebezettel auf den Reisepass, gaben die Rucksäcke ab und kamen zum Sicherheitscheck des Handgepäcks. Kurz bevor wir an der Reihe waren, ging ein Alarm los, und es wurde laut „Go out, go out now“ gerufen. Wir mussten raus, bewacht von bewaffneten Soldaten in Zivil, und brieten noch einmal gut 40 Minuten in der Sonne. Gefunden hatten sie wohl eine elektrische Zahnbürste und sie für eine Bombe gehalten. Eine Mitteilung gab es nicht, nach den 40 Minuten war alles wieder entspannt.

Danach ging es zurück zum Sicherheitscheck, in die nächste Schlange mit erneutem Passcheck und weiteren Fragen, diesmal zügig, und mit einem Zettel zur Kofferausgabe, wo der Reisepass noch einmal geprüft wurde. Der Taxifahrer wollte für die Fahrt nach Jerusalem 100 Dollar, wir nahmen stattdessen ein Sammeltaxi im Minibus, das deutlich günstiger war. Eine knappe halbe Stunde später standen wir am Damaskustor. Der Tscheche kannte unser Hostel aus einem früheren Aufenthalt und brachte uns noch ein Stück, aber weil Schabbat war, fuhr weder die Tram noch sonst etwas in unsere Richtung. Ein Taxi wollten wir nicht, weil wir den Wechselkurs verpeilt und in jordanischen Dinar gerechnet hatten und dachten, es wäre sehr teuer, also gingen wir zu Fuß. Das war heiß und anstrengend, Chizuru schaffte nur den halben Weg, und ich holte sie nach dem Check-in ab und trug ihr Gepäck. An Schabbat hatte in unserer Ecke kein Lokal und kein Laden offen, sogar die meisten Geldautomaten waren abgestellt. Nur McDonald’s und die Bar im Hostel waren geöffnet. Spannende Einreise, spannende Stadt.

Die Altstadt von Jerusalem

Am Abend nach der Ankunft gingen wir noch durch die Umgebung beim Davidka Square. Es war schön zu sehen, wie sich am späten Samstagabend die Straßen wieder füllen, die Geschäfte und Restaurants öffnen, die ersten Straßenbahnen fahren und es nicht mehr ganz so leise ist. Unseren ersten richtigen Tag verbrachten wir größtenteils in der Altstadt. Vom Hostel bis zum Damaskustor sind es ohne Rucksack nur wenige Minuten, dort begann unsere Tour. Uns interessierte vor allem die Altstadt selbst: wie die Menschen leben, der Basar und wie sich die Trennung zwischen den jüdischen, christlichen, armenischen und muslimischen Vierteln anfühlt.

Altstadt von Jerusalem
Altstadt von Jerusalem
Gasse in der Altstadt
Gasse in der Altstadt
Blick über die Dächer der Altstadt
Blick über die Dächer der Altstadt

Chizuru hat als Buddhistin mit Jesus und der Bibel wenig am Hut, und auch ich bin nicht der Gläubigste. Die Via Dolorosa sind wir deshalb eher nebenher abgelaufen, die Klagemauer finde ich wegen ihrer Geschichte deutlich interessanter. Beides lässt sich nur unentspannt besuchen, denn Pilger- und Reisegruppen pflastern den Weg, oft mit nummerierten Sonnenschirmen vorneweg, und versperren die Wege so, dass sich manchmal sogar ein Auto durchzwängen muss. Es werden Schlangen gebildet, um einen Stein zu berühren, in dem ein Handabdruck Jesu zu sehen sein soll. Wir sahen eine Gruppe, die ein riesiges Holzkreuz trug, und an jeder Ecke singende und betende Menschen mit einem oder mehreren Kreuzen in der Hand. Das wirkte auf mich teilweise ungewohnt, aber jeder, wie er mag. Das Geschäft mit Jesus-Souvenirs läuft jedenfalls gut, mit Holy Bagel, Holy Rock Café und Souvenirläden an jeder Ecke. Man muss es einmal erlebt haben, aber geh unbedingt auch in die Seitengassen abseits der Hauptwege, dort ist es einfach sehenswert und einmalig.

Klagemauer
Klagemauer
Zwischen Pilgern in der Altstadt
Zwischen Pilgern in der Altstadt
Sicherheitskontrolle am Eingang
Sicherheitskontrolle am Eingang

Auch hier gibt es regelmäßig Sicherheitskontrollen, Wachsamkeit überall und in jeder Ecke bewaffnete Soldaten oder Gruppen junger Soldaten, die ihren Wehrdienst leisten. Zurück zum Hostel ging es mit der Tram, die Tickets gibt es am Automaten auf Englisch, und eine Fahrt kostet nur wenig. Vom Hostel zum Busbahnhof sind es zu Fuß 15 Minuten, dort erkundigten wir uns nach Tickets Richtung Totes Meer und Eilat, die man rechtzeitig kaufen muss, weil sie sonst ausgebucht sind. Auf dem Rückweg besuchten wir den Mahane Yehuda Markt, kauften frisches Gemüse und Obst und kochten im Hostel. Ich musste mich zurückhalten, damit das Tagesbudget hielt, so viele leckere und frische Sachen gibt es dort, besonders bei den Ständen mit Backwaren und Süßigkeiten. Abends war im Hostel Karaoke, ein guter Zeitpunkt, um im Bett die Beine hochzulegen.

Mahane Yehuda Markt
Mahane Yehuda Markt
Marktstände
Marktstände
Frisches Obst und Gemüse
Frisches Obst und Gemüse
Süßes am Marktstand
Süßes am Marktstand

Ausflug zum Toten Meer: Ein Gedi

Ein Ausflug zum Toten Meer darf bei keiner Israel-Reise fehlen, denn es ist nicht nur ein sagenhafter Ort, es wird uns wohl nicht mehr lange erhalten bleiben. Unser Ziel war das Spa in Ein Gedi und nicht der öffentliche Strand, weil wir auch in der heißen Quelle des Thermalbads planschen und Zeit am Pool verbringen wollten. Außerdem gibt es nur dort ordentliche Schließfächer.

Anreise von Jerusalem: Mit dem Egged-Bus von der Central Station ist es einfach und entspannt. Die Tickets kauft man beim Fahrer, und man sollte mindestens 30 Minuten vor Abfahrt anstehen, denn wer zuerst kommt, ergattert einen Sitz- oder Stehplatz, alle anderen warten auf den nächsten Bus. Plane auch die Sicherheitskontrollen am Eingang der Central Bus Station ein, die länger dauern können. An manchen Eingängen wird alles durchleuchtet, an anderen nicht, und jeder Sicherheitsbeamte handelt anders, der eine nimmt es ganz genau, der andere winkt alles durch. An die regelmäßigen Kontrollen und die ständige Präsenz von Sicherheitsleuten mit Waffen gewöhnt man sich schnell.

Totes Meer bei Ein Gedi

Laut Beschreibung liegt das Spa direkt neben dem öffentlichen Strand, wo wir nach gut einer Stunde ausstiegen. Mit „daneben“ sind aber 6 Kilometer gemeint, mitten im Nirgendwo, und die Hitze erinnerte an einen Backofen, zu Fuß also nicht machbar. Zur Krönung vergaß Chizuru beim Aussteigen ihren Hut im Bus, den wir noch von unserem USA-Roadtrip mitgebracht hatten. Taxis gab es keine, aber fünf Minuten nach unserer Ankunft konnten wir mit einem anderen Linienbus (sie fahren nur alle ein bis zwei Stunden) die eine Station weiterfahren.

Das Tote Meer verschwindet: Voller Vorfreude liefen wir in Badesachen hinaus und standen vor jeder Menge Staub, Wasser war nur weit am Horizont zu sehen. Ich hatte von der Austrocknung gelesen, aber so vor Augen ist es heftig: Das Spa hatte vor einigen Jahren noch direkten Zugang zum Wasser, heute fährt ein Shuttle fünf Minuten zum Ufer.

Totes Meer bei Ein Gedi

Der Boden ist überall salzig und im Wasser hart wie Stein, barfuß unangenehm wegen scharfer Kanten. Zum Glück legt man sich schnell aufs Wasser, denn man bleibt ohne eigenes Zutun komplett oben und gleitet vor sich hin. Das Wasser fühlt sich leicht glitschig an. Wir schwebten rund 10 Minuten herum, eine witzige Erfahrung mit grandiosem Ausblick: Auf der anderen Seite sieht man Berge, das ist schon Jordanien, auf unserer Seite das Gebirge des Westjordanlands. Empfohlen werden maximal 15 Minuten Badezeit, nach 10 Minuten kribbelte es bei mir schon, und meine Zehen waren knallrot. Schade, denn vom Spaßfaktor könnte ich Stunden im Wasser verbringen. Beim Rausgehen bekam ich einen Spritzer ins rechte Auge, der höllisch brannte, ich stolperte wie ein blindes Huhn zum Strand, um es auszuwaschen, und noch Stunden später war das Auge knallrot. Also: Wasser nie ins Gesicht kommen lassen.

Totes Meer bei Ein Gedi

Danach schmierten wir uns mit mineralhaltigem Schlamm ein, eine eklige Sauerei, die tierischen Spaß machte. Abduschen kann man mit warmem, salzigem Thermalwasser und normalem Wasser. Den Pool im Spa kann man eigentlich vergessen: nur wenige Zentimeter tief und nicht sehr sauber, weil Vögel in den Palmen darüber sitzen, toll ist nur der Ausblick und der Schatten draußen. Drinnen gibt es mehrere Becken mit Wasser aus der heißen Quelle, auch hier maximal 15 Minuten. Meine Haut war noch nie so zart, auch wenn es mehrere Duschgänge brauchte, um den Geruch von Schlamm und Thermalwasser loszuwerden, der erinnert an faule Eier.

Totes Meer bei Ein Gedi

Der Hut kommt zurück: Der Bus für die Rückfahrt hätte laut Fahrplan schon weg sein sollen. Wir warteten draußen, Chizuru ging noch ein Sandwich kaufen, und ich hängte die Badesachen auf dem Parkplatz zum Trocknen auf. Genau in dem Moment, als sie im Restaurant verschwand, kam der um eine halbe Stunde verspätete Bus um die Ecke. Ich stopfte die Wäsche in den Rucksack, holte Chizuru aus dem Laden, und wir rannten hinter dem Bus her, der netterweise noch einmal anhielt. Beim Einsteigen lächelte uns der Busfahrer vom Morgen an, und auf unseren Sitzen von der Hinfahrt lag Chizurus Hut. Die Rückfahrt war im Sonnenuntergang sehenswert, zumindest das Gebirge, ansonsten blickt man ins Westjordanland: Steinwüste, durch Stacheldraht abgetrennt, kaputte Hütten, Ziegenhirten und triste Betonsiedlungen.

Tipps zum Toten Meer:

  • Früh am Busbahnhof sein: Der Egged-Bus ist schnell voll, Sicherheitskontrollen einplanen.
  • Richtig aussteigen: Das Spa liegt rund 6 Kilometer hinter dem öffentlichen Strand, frag den Fahrer.
  • Nicht länger als 15 Minuten baden: Salz und Mineralien reizen Haut und Augen.
  • Wasser vom Gesicht fernhalten: Ein Spritzer im Auge brennt höllisch.
  • Badeschuhe mitnehmen: Salzkristalle am Boden haben scharfe Kanten.

 

Unser letzter Tag in Jerusalem

Den letzten Tag haben wir gemütlich verbracht, ein bisschen durch die Geschäfte gebummelt und vergeblich eine kleine Packung Shampoo gesucht, da vermissen wir DM und Rossmann. Ich ging noch einmal in die Altstadt zur Western Wall, um in die Räume zu gehen und ein paar Fotos von oben zu machen. In solchen Ecken ist es schwer, Fotos zu machen, ohne die Menschen zu stören, die dort in Ruhe ihrem Glauben nachgehen wollen, aber ganz ohne Fotos will man den Platz auch nicht verlassen. Am Eingang zum Gelände entdeckte ich eine Frau, die ihren Stock Richtung Al-Aqsa-Moschee hob und etwas murmelte, solche Szenen sieht man hier öfter. Den arabischen Teil sah ich mir noch einmal an, eine ganz andere Welt, obwohl nur wenige Straßen weiter.

Western Wall
Western Wall
Am Western Wall
Am Western Wall
Altstadtgasse
Altstadtgasse
Arabischer Busbahnhof
Arabischer Busbahnhof

Raus ging ich durch das Damaskustor Richtung Gartengrab, wo Jesus gekreuzigt und beerdigt worden sein soll. Vom Punkt der Kreuzigung hat man heute einen super Blick auf den arabischen Busbahnhof. Den Nachmittag verbrachten wir auf dem Markt und probierten uns durch die Stände, aßen noch ein Falafel-Sandwich und entspannten auf der Dachterrasse des Hostels. Am nächsten Tag reisten wir über Eilat nach Aqaba in Jordanien ein, mehr dazu in unserem Artikel über den Grenzübergang von Eilat nach Aqaba.

Unsere Tipps für Jerusalem

  • Schabbat einplanen: Von Freitagabend bis Samstagabend ruht der Verkehr, plane Unterkunft und Anreise so, dass du nicht mit Gepäck festsitzt.
  • Früh in die Altstadt: Klagemauer und Via Dolorosa sind morgens deutlich ruhiger.
  • Seitengassen entdecken: Abseits der Hauptwege ist es leiser und authentischer.
  • Zeit für Kontrollen: Bei Grenze, Busbahnhof und Altstadt immer Puffer einplanen.
  • Markt zum Selbstkochen: Der Mahane Yehuda Markt hält das Tagesbudget im Griff.
  • Bustickets früh kaufen: Die Verbindungen ans Tote Meer und nach Eilat sind schnell voll.
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  • Von Eilat (Israel) nach Aqaba (Jordanien) einreisen

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