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Chefchaouen Reisetipps – die blaue Stadt in Marokko

Reiseblog Marokko Urlaub

aktualisiert 13.07.2026 | veröffentlicht 01.10.2014

Chefchaouen – oder einfach nur Chaouen – ist eine kleine recht verträumte Stadt im Norden Marokkos, welche besonders für seine entspannte und in blau gefärbte Medina bekannt ist.

Märchenhaft & irgendwie verträumt

Chefchaouen ist die wohl entspannteste Stadt Marokkos – dem können wir voll und ganz zustimmen. Beim Schlendern durch die blauen Gassen der Altstadt wird man ständig freundlich von den Einwohnern gegrüßt und keiner verfolgt einen mit irgendwelchen Supersonderteppichangeboten. OK, ab und an wird auch mal nett gefragt ob man vielleicht eine Cannabis Farm besuchen oder einfach nur ein paar Gramm zu rauchen haben möchte, denn Chefchaouen liegt mitten im berühmt berüchtigten RIF Gebirge Marokkos – dem größten Cannabis Anbaugebiet überhaupt.

Aber auch wenn man den grünen Pflanzen nicht so zugeneigt ist und man den ganzen kleinen Gassen mal entkommen möchte, lohnt es sich wie eine der vielen Bergziegen hier in den Bergen hinter der Stadt etwas wandern zu gehen. Keine Sorge, man steht dann nicht direkt in dichten Cannabis Feldern. Die großen Plantagen sind noch recht weit entfernt und ohne Guide eher schwer zu finden. Der Ausblick auf die Stadt ist ziemlich genial, obwohl es von oben gar nicht sooo blau dann wieder aussieht, denn bei den meisten Häusern wurden nur die unteren Wände und Wege komplett eingefärbt. Ob den Weg links der Stadt entlang der Mauer oder rechts hoch Richtung spanische Moschee, die erdfarbene Kasbah – eine alte Festung im Zentrum der Medina – hat man stets gut im Blick.

Blaue Gassen in Chefchaouen
Blaue Gassen in Chefchaouen

Berber Whiskey

Das Nationalgetränk überhaupt, frischer Minztee mit ordentlich Zucker, schmeckt natürlich am besten wenn man anderen bei der Arbeit zuschaut. In einem kleinen Café am Fluss, wo ständig Teppiche und sonstige Wäsche gewaschen wird, lässt sich das wunderbar beobachten. Aber auch einfach in einem der anderen unzähligen Cafés draußen zu sitzen ist super interessant. Mit Tee schlürfen und die vorbeiziehenden Menschen beobachten – einfach total verschiedene Leute, zwei Welten die hier aufeinander prallen. Besonders gut schmecken dazu diese kleinen gefüllten Teigtaschen, welche es hier in kleineren Läden überall für nur wenige Cents zu kaufen gibt.

Chefchaouen Medina
Chefchaouen Medina

Essen in Marokko

Essen kannst Du hier super gut und vor allem recht günstig. Ein leckeres Tajine Gericht mit Vor- und Nachspeise im Restaurant – Marokko macht da wirklich wenig falsch.

Chefchaouen Gassen
Chefchaouen Gassen

Anreise: Mit der Fähre von Spanien nach Marokko

Die Weiterreise von Spanien nach Marokko ist irgendwie weniger kompliziert als man vorab denkt. Viele machen sich vorab unnötig viele Gedanken über die Überfahrt mit der Fähre von Algeciras nach Ceuta und die Einreise über die Grenze nach Marokko. Über den Zustand der Fähren, den Erhalt des Visas für Marokko und wie schnell man eine Verbindung von der marokkanischen Grenzstadt dann weiter nach Chefchaouen bekommt.

Spanien in Afrika

Von Algeciras fahren 3 Fähranbieter regelmäßig rüber zum afrikanischen Kontinent. Entweder in die Stadt Tangier oder den kürzeren Weg nach Ceuta an die nordafrikanische Küste, welche noch immer zu Spanien gehört. Wer als erstes Ziel Chefchaouen ansteuert, für den ist Ceuta die bessere Wahl.

Fähre Algeciras nach Ceuta
Fähre Algeciras nach Ceuta

Die Überfahrt in der recht großen und modernen Fähre war sehr entspannt, dauerte nur eine knappe Stunde und wir hatten sogar noch einen bombastischen Sonnenaufgang hinter Gibraltar sehen können! Unterwegs konnten wir außerdem jede Menge Delfine bei der Jagd nach ihrem Frühstück beobachten. Wir können die Fähre von Acciona Trasmediterranea in der Früh also absolut empfehlen! Die Tickets kauft man am besten einen Tag zuvor an den Schaltern direkt im Hafen – so spart man sich den Stress am Morgen, wenn die Schalter recht voll sind. Alternativ sind die Tickets auch online bei Transmediterranea erhältlich. Die Stadt Ceuta selbst ist recht groß und man kann dort noch in Ruhe frühstücken oder Reiseproviant für die Weiterreise einkaufen.

Die Grenze zu Marokko

Grenzübergang Ceuta Marokko
Grenzübergang Ceuta Marokko

Vom Hafen bis zum Grenzübergang ist es ein ganzes Stück und nicht unbedingt zu Fuß inkl. Gepäck machbar. Am günstigsten ist es, wenn man sich einfach in den Bus Nummer 7 setzt, der wirft einen direkt vor dem Übergang raus. Die Bushaltestelle ist allerdings nicht so einfach zu finden, da sie nicht direkt am Fährterminal, sondern eine Straße weiter um die Ecke liegt. Am besten einfach jemanden fragen!

Empfehlenswert ist es, das Einreiseformular schon in Ceuta in Ruhe auszufüllen – an der Grenze selbst findet man dafür kaum eine ruhige Ecke. Wechseln lässt sich Euro in marokkanische Dirham am besten ebenfalls noch auf der spanischen Seite.

Einreise nach Marokko

Einreise Marokko
Einreise Marokko

An der Grenze angekommen steht man erst mal etwas ratlos vor einer größeren Menge Menschen, die irgendwelches Zeug und sich selbst über die Grenze schaffen wollen. Hinweise, wo sich wer wie anstellen soll, sucht man dort vergebens! Am einfachsten: direkt zu einem der spanischen Grenzpolizisten gehen und fragen, wo es den Ausreisestempel gibt. Nur an den kleinen Kabinen, wo auch alle Autos durchfahren, gibt es für Fußgänger den Stempel.

Wichtig: Die Nummern des marokkanischen Einreisestempels müssen gut lesbar sein, da sie beim Check-in in der Unterkunft und bei der Ausreise verlangt werden. Hinter der Grenze steht ein Tross von Grand Taxis – alles sehr entspannt, kein Kampf der Taxifahrer. Es gibt einen Ansprechpartner, dem man erklärt wo man hin will und wie viel man zahlen möchte – Verhandlungssache. Sprachlich läuft dort alles auf Spanisch ab, mit Spanischkenntnissen kommt man in Nordmarokko generell sehr gut weiter.

Weiterfahrt nach Chefchaouen

Ein Grand Taxi – ein altes Mercedes, das man sich mit bis zu 6 Personen teilt oder komplett privat bucht – fährt direkt zur Medina von Chefchaouen. Wer sparsamer unterwegs ist, fährt mit dem Grand Taxi erst nach Tetuán und steigt dort in den Bus nach Chefchaouen um. Je näher man den Bergen kommt, desto intensiver wird ein bestimmter Geruch in der Nase – das RIF Gebirge, vor dem die Stadt liegt, ist das größte Anbaugebiet für Cannabis in Marokko. Wichtig beim Ziel: Unbedingt das richtige Tor zur Medina nennen, da man sich in den Gassen der Altstadt sonst dusselig sucht – am besten vorab mit der Unterkunft absprechen welches Tor gemeint ist.

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Kommentare

  1. Yasemin

    Toller Reisebericht. Sehr nützlich zur Vorbereitung für eine Reise dorthin.
    Wie ist es eigetlich; würdest du uns (drei Frauen) alleine diese Route con Ceuta nach Chefchaouen und dann weiterfahrt nach Fes empfehlen? Und habt ihr euch eigentlich bezüglich Malaria abgesichert gehabt.
    Liebe Grüße

    • Oliver

      Vielen Dank Yasemin, freut mich wenn ein paar hilfreiche Tipps dabei waren.

      Zu deinen Fragen. Ich sehe kein Problem für 3 Frauen darin, diese Route zu bereisen. Ich kenne einige Mädels die auch alleine in Marokko unterwegs gewesen sind und nichts negatives zu berichten hatten, ganz im Gegenteil. Einfach offizielle Taxis nehmen und immer aufs Bauchgefühl hören, dann dürfte alles klappen.

      Malaria in Marokko. Nein, da haben wir nichts abgesichert. Das ist ein Thema mit dem ich mich immer sehr intensiv befasse aber in Marokko ist sie dann doch sehr selten bzw. in den meisten Regionen schon seit Jahren gar nicht mehr vorhanden und wenn, dann ist es auch die weniger gefährliche Variante. ABER ich bin kein (Tropen)Arzt und vor einer Reise schadet es so oder so nicht, diesen mal kurz für eine Beratung zu besuchen.

      Viel Spaß auf Eurer Tour!

      lg, Olli

  2. Worthseeing

    Unglaublich schöne Ort. An jeder Ecke lauert eigentlich ein neuer Moment für traumhafte Fotos. Hat mir sehr gut dort gefallen!

    • Oliver

      Dem kann ich nur Zustimmen. Die perfekte Instagram Location ;-)

  3. Wolfgang

    Also gibt´s keine Story über Cannabisanbau? Das wäre doch aber mal was anderes… ;)

    Schöne Eindrücke jedenfalls, danke! Die machen Lust auf Marokko. Ich muss da unbedingt auch noch einmal hin … und mal schau´n, was es dann für Stories gibt! Ist ja ein spannendes Land… ;)

    LG aus Mértola (Partnerstadt von Chefchaouen!) …

    • Oliver

      Hey Wolfgang,

      Du bist in der Partnerstadt von Chefchaouen gerade? Sehr witzig!

      Zum Cannabisanbau gibts dieses mal nichts, nö nö. Aber kannst ja die Stadt Ketama mit auf deine Reise ToDo setzen. Da wäre ich dann auf die Stories gespannt. Nimm aber genug Bargeld mit ;-)

      Ich könnte aber ein eigenes Posting über zugekiffte Backpacker im Hostel machen … Scheinen echt viele nur deswegen hier überhaupt her zu kommen (besonders Spanier) aber das ist ne andere Geschichte.

      Viel Spaß noch in Portugal

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